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Selbstversuch: Mein Roman im Selbstverlag und die Reaktionen.

Warum es besser ist ein Buch in die Welt zu schicken, als sich bei Facebook anzumelden, erfahre ich in diesen Tagen. Ein alter Freund ist irgendwie auf meinen Roman „Der Sound der Provence“ aufmerksam geworden und hat sich mein Buch gekauft. Weil er ein moderner Mensch ist, hat er sich die E-Book Version runtergeladen. Jetzt habe ich über Weihnachten immer wieder Facebook - Postings und private E Mails bekommen, wie sehr ihm dieses Buch gefalle. Er schreibt, dass er mich von einer anderen Seite kennengelernt hat und ich stelle fest, dass ich gar nicht gedacht hätte, dass ihm dieses Buch gefallen könnte. Er fühlte sich von mir auf die Reise geschickt und ihm hat der Kurzurlaub in die Provence gefallen und das wiederum gefällt mir. Es hat sogar etwas Versöhnliches mit meinem Selbstversuch einen Roman als Self-Publisher zu veröffentlichen. Für einen Moment sind die Querelen mit Schriftgrößen und Layouts vergessen, denn ich erfahre plötzlich, was ein Buch bewirken kann und was ich mir von meinem Roman auch immer erhofft hatte. Ich wollte meine Liebe zur Provence, dem Essen und der Musik teilen. Ich wollte meine Leser auf einen Kurztrip schicken und ich wollte ihnen damit etwas sagen, eine Geschichte über die Findung zu sich selbst erzählen. Diesen Freund von mir habe ich damit erreicht und das ist mir plötzlich viel wichtiger als alles andere. Dazu kommen die Rezensionen bei Lovelybooks, die es jetzt auch bei Amazon zu lesen gibt. Und das sind plötzlich Menschen, die ich gar nicht kenne und die mein Buch trotzdem mögen. Natürlich ist das Leben als Self-Publisher irgendwie kompliziert und auch ganz schön teuer, jeder der das Gegenteil behauptet, verschließt die Augen vor der Realität. Allein zehn Bücher für sich selbst drucken zu lassen, um sie zu verteilen kostet schon über 100 Euro, aber welcher Autor hat einen so intensiven Kontakt zu seinen Lesern? Welcher Autor bekommt die direkte Reaktion so zu spüren? So direkt und so ungefiltert? Es ist der Zuspruch, den ich plötzlich bekomme, der mich als Autor anders auftreten lässt. Denn Hand aufs Herz, wer hat als Self-Publisher nicht irgendwie das Gefühl zweite Wahl zu sein? Es wird sicher noch ein bisschen dauern, bis dieses „der Autor hat es bei einem Verlag eben nicht geschafft – Image“ wirklich überwunden ist. Ich jedenfalls bin gerade dabei, denn ich habe jetzt richtige Leser und die mögen mein Buch. Sie posten es, mailen es, und sie kaufen es sogar. Und vielleicht würde ich das erst mal in diesem Blog tatsächlich empfehlen, sein Buch selbst zu veröffentlichen. Vielleicht bin ich aber auch gerade nur überwältigt und vielleicht liegt das alles nur an meiner Jahresendzeit-Sentimentalität. 

Hier gibt's u.a. das Buch:  http://www.epubli.de/shop/autor/Andreas-Heineke/5136