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Sasha Marianna Salzmann

Außer sich

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Informationen: , 22 €

Verlag: Suhrkamp

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Redaktion

Leser

Rezension

Entgrenzt ist dieses Debüt, das es auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat. Man startet mit Alissa, die in Istanbul ihren Zwillingsbruder Anton sucht. Von verrauchten Nachtclubs in der Stadt am Bosporus führt das Geschehen ins Moskau der postsowjetischen Jahre, und von dort in ein Asylheim in der westdeutschen Provinz. Alissas und Antons Kindheit flackert auf, das rührende Bild eines kleinen Mädchens und Jungen erscheint, die sich ineinander verknäulen wie zwei Katzenbabys beim Spielen, um sich vor dem Rest der Welt abzuschirmen, die durchdrungen ist von Gewalt und Traurigkeit. Zurück in der Gegenwart, in Istanbul, wird aus Alissa, Ali. Eine Geschlechtsumwandlung, die vor allem der unerfüllten Sehnsucht nach ihrem Zwillingsbruder Anton geschuldet zu sein scheint. Ali will Anton im Spiegel erblicken. Während Ali vergeblich sucht, gibt es für den Leser eine aus seiner Perspektive geschriebene Episode. Hinzu kommen Geschichten der Großeltern und Eltern. Der häufige Wechsel zwischen Schauplätzen und Perspektiven verwirrt nicht, sondern fasziniert in diesem Roman. Zusammengenommen bilden die miteinander verstrickten Erzählstränge ein  kunstvolles und vielschichtiges Bild und vermitteln eine Ahnung davon, wie komplex und wandelbar Identität ist.

(man)

Kurzbeschreibung

Sie sind zu zweit, von Anfang an, die Zwillinge Alissa und Anton. In der kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der postsowjetischen Jahre verkrallen sie sich in die Locken des anderen, wenn die Eltern aufeinander losgehen. Später, in der westdeutschen Provinz, streunen sie durch die Flure des Asylheims, stehlen Zigaretten aus den Zimmern fremder Familien und riechen an deren Parfumflaschen. Und noch später, als Alissa schon ihr Mathematikstudium in Berlin geschmissen hat, weil es sie vom Boxtraining abhält, verschwindet Anton spurlos. Irgendwann kommt eine Postkarte aus Istanbul – ohne Text, ohne Absender. In der flirrenden, zerrissenen Stadt am Bosporus und in der eigenen Familiengeschichte macht sich Alissa auf die Suche – nach dem verschollenen Bruder, aber vor allem nach einem Gefühl von Zugehörigkeit jenseits von Vaterland, Muttersprache oder Geschlecht.


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