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sofortwelten

Kevin Kuhn

Hikikomori

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Informationen: , 14.99 €

Verlag: Berlin Verlag

Leser-Rezension1

Redaktion

Leser

Rezension

"Hikikomori" ist in Japan die Bezeichnung für Menschen, die den Kontakt zur Außenwelt abgebrochen haben. Nachdem Kuhns Protagonist Till nicht zum Abitur zugelassen wird, versucht er, sein Leben auf das eigene Zimmer zu beschränken. Die Möbel kommen in den Keller, Nahrung fordert er über Zettelbotschaften von seiner Mutter an, Anrufe der Freundin werden ignoriert. Die Sprachkunst Kuhns ist beeindruckend! Die langen Chatroom-Episoden samt aller Tipp- und Grammatikfehler der User sowie die späteren Ausführungen über Tills digitale "Welt 0" verlangen dem Leser jedoch einiges an Durchhaltevermögen ab. Die komisch überzeichnete Darstellung der Eltern muntert allerdings immer wieder auf.

(jw)

Kurzbeschreibung

Ein Zimmer und ein Entschluss: die Tür zumachen, sich endlich ausklinken, für Tage, für Wochen, Monate, Jahre vielleicht. Kevin Kuhns Debütroman erzählt vom Erwachsenwerden ohne Geländer und verschränkt dabei Realität und Virtualität miteinander. Irgendwo zwischen diesen Grenzen beginnen wir, uns aufzulösen — und uns neu zu erfinden. Till hat alle Freiheiten: er geht auf »die freieste Waldorfschule der Welt«, seine Eltern — ein anthroposophisch motivierter Schönheitschirurg und die Kuratorin eines innovativen SchauRaums — fördern ihn, wo sie nur können. Als er nicht zum Abitur zugelassen wird, ist er plötzlich auf sich selbst zurückgeworfen und beginnt nachzudenken: Was soll aus mir werden, fragt er sich und beschließt so lange in seinem Zimmer auszuharren, bis er darauf eine Antwort weiß. Aus dem Zimmer wird ein Kokon, im Rückzug auf sich selbst glaubt er voranzukommen. Schließlich beginnt Till mit der Kreation einer autarken, nach seinen Regeln funktionierenden Separatwelt: Welt 0 — ein Zufluchtsort für alle, denen die reale Welt zu fordernd oder auch zu eingeschränkt ist. Und Till ist ihr Garant, denn er kämpft nicht nur für sich, sondern für eine ganze Generation, die in ihren Zimmern sitzt. »Ein selten gutes Debüt: kraftvoll, entschieden, mutig — ein wunderbarer Roman eines jungen Schriftstellers.« Hanns-Josef Ortheil Hikikomori (jap. für »sich einschließen; gesellschaftlicher Rückzug«)


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Hörerrezensionen (1)

5

Hikikomori

von Girl No. 1 am 18.12.2012

Der Eindruck vom Lesen ist noch so stark, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll; der Roman hat mich in seinen unzähligen Aspekten geradezu überwältigt und einen tiefen Eindruck hinterlassen. – Hikikomori ist viel mehr als ein Buch über einen Jungen, der sich allmählich von der Welt zurückzieht, seine utopisch anmutende Parallelwelt aufbaut, der den Kontakt zu der alten Umgebung immer mehr kappt, äußerlich verwahrlost und innerlich doch aufzublühen scheint. Hikikomori ist ein Buch aus unserer Zeit und über unsere Zeit.
Wer sich darauf einlässt (was natürlich etwas Anstrengung bedeutet), erfährt diesen unheimlich Sog, den radikale Lebenswege versprühen. Die Figuren sind allesamt so authentisch und psychologisch feinfühlig beschrieben, dass man meinen würde, echte Menschen vor sich zu haben. Auch wenn man vielleicht sagt, solche Eltern kenne ich nicht, oder mein Sohn oder meine Tochter würden so etwas nie tun, ist Tills Rückzug doch glaubhaft eine der Möglichkeiten unserer Zeit. Eine Zeit, und das wird in dem Roman von Kevin Kuhn schnell klar, die zwar anstrengend und fordernd ist mit ihrem Innovations- und Selbstfindungsdrang, die aber auch viel bietet, gerade auf dem Kontinent der Digitalen Welt.
Dieses Buch ist ein Muss. Man wird sich daran stoßen. Man wird aber auch als ein Anderer die Geschichte verlassen.

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