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Ilija Trojanow

Nach der Flucht

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Informationen: , 15 €

Verlag: S. Fischer

Leser-Rezension1

Redaktion

Leser

Rezension

Ist eine Flucht jemals beendet? Was bedeutet eigentlich "ankommen", was ist Heimat und gibt es eine "Heimkehr"? Ilija Trojanow greift Fragen wie diese auf. Er, der als Kind selbst mit seiner Familie geflohen ist, schildert, was eine Flucht mit Geflüchteten machen kann, ein Leben lang. Ob es Verständigungsschwierigkeiten und Bezeichnungen für seinen Status sind oder der Wunsch, nicht aufzufallen - auch eine vermeintlich abgeschlossene Flucht bleibt im Alltag präsent. Die Notizen des Autors tragen dazu bei, den eigenen Sprachgebrauch zu überdenken und zeigen, wie machtvoll Sprache sein kann. Es ist ein Plädoyer für Pluralität. Die Frage, woher jemand kommt, ist schnell gestellt. Wohin jemand geht, ist seltener Thema. So gut wie jeder Eintrag könnte hier als Pars pro Toto zitiert werden. Wer willkürlich eine Seite aufschlägt, findet Sätze wie diese: "Vor der Flucht wusste er, wieso er unglücklich war." Einige Seiten weiter: "Die Gefahr ist nicht, dass wir überfremdet werden, sondern dass uns die Fremde ausgeht." Es sind persönliche und exemplarische Notizen eines Einzelnen, die aber Aussagekraft über den Einzelfall hinaus haben. Ob in einem Atemzug verschlungen, langsam genossen oder wiederholt gelesen, bei keiner Art der Lektüre werden die kurzen Einträge ihre Kraft einbüßen.

(mel)

Kurzbeschreibung

»Es gibt ein Leben nach der Flucht, doch die Flucht wirkt fort, ein Leben lang.« Ilija Trojanow ist als Kind zusammen mit seiner Familie aus Bulgarien geflohen, eine Erfahrung, die ihn bis heute nicht mehr los lässt. Virtuos, poetisch und klug reflektierend erzählt Ilija Trojanow von seinen eigenen Prägungen als lebenslang Geflüchteter. Von der Einsamkeit, die das Anderssein für den Flüchtling tagtäglich bedeutet. Davon, wie wenig die Vergangenheit des Geflüchteten am Ort seines neuen Daseins zählt. Was das Existieren zwischen zwei Sprachen mit ihm macht. Welche Lügengeschichten man als Geflüchteter den Daheimgebliebenen auftischt. Und dass man vor der Flucht wenigstens wusste, warum man unglücklich war.


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