Jump to Navigation
sofortwelten

Adrian McKinty

Der katholische Bulle

THRILLER UND KRIMIS

Informationen: , 19.95 €

Verlag: Suhrkamp

Leser-Rezension1

Redaktion

Leser

Rezension

Geschickt verwebt Adrian McKinty in seinem bisher besten Kriminalroman historische Ereignisse mit einer spannenden Kriminalgeschichte: Sean Duffy ist Katholik und Polizist - eine lebensgefährliche Seltenheit im Nordirland des Jahres 1981. Während die Hungerstreiks der IRA-Häftlinge im Maze-Gefängnis mit Bobby Sands einen ersten Märtyrer hervorbringen und die Spannung auf den Straßen jederzeit zu eskalieren droht, entdeckt er auf einem verlassenen Feld in Carrickfergus, einem Vorort von Belfast, einen Toten, der nur einen Schluss zulässt: Nordirland hat seinen ersten Serienkiller. In der Tradition von James Ellroy und David Peace nutzt Adrian McKinty in dem Auftakt zu seiner neuen Trilogie um Sean Duffy die jüngere Vergangenheit als Schablone für die Gegenwart und regt zum Nachdenken an. Dabei verzichtet er auf plakative Konfrontationen, sondern erzählt von einem Alltag, in dem ein vergessener Blick unter das Auto tödlich sein kann und paramilitärische Gruppierungen das Sagen haben. Eindrucksvoll fängt er mit poetisch-schönen Sätzen die melancholische Stimmung einer von Gewalt bestimmten Region ein, in der sich der allgegenwärtige Geruch des verbrannten Torfes mit Angst, Depression und Tod mischt, und verliert niemals das Tempo, den Erzählrhythmus und seine Handlung aus den Augen.

(sh)

Kurzbeschreibung

Auf der KrimiZEIT-Bestenliste August 2013 »Es ist eines der größten Vergnügen, die man in diesem Jahr haben kann, McKinty zu lesen. Und das nicht nur als Konsument von Killerware. Es ist große Literatur wie die historischen Kriminalromane von David Peace große Literatur sind. Und die von James Ellroy.« Elmar Krekeler, DIE WELT Online Der schmale Grat zwischen Verrat und Wahrheit Belfast befindet sich im Ausnahmezustand. Detective Sergeant Sean Duffy ist neu in der Stadt, und gleich bei seinem ersten Fall – der Suche nach einem Serienkiller – muss er sich ins Zentrum des Terrors begeben. Sean Duffy ist wahrscheinlich der einzige katholische Bulle in ganz Nordirland, denn es ist 1981, und »katholisch sein« steht vor allem für eins: IRA. Die Paramilitärs haben der Polizei den Krieg erklärt, nehmen sie, wo es nur geht, unter Beschuss, jagen Polizeiautos in die Luft. Ihnen gilt Duffy als Verräter. Doch auch unter den Kollegen in Carrickfergus, einem Vorort von Belfast, wohin er nach seiner Beförderung gerade erst versetzt wurde, muss sich der junge Polizist sein Ansehen erkämpfen. Entlang der Frontlinien ermittelt Duffy in zwei Mordfällen, hinter denen ein Serienkiller zu stecken scheint. Eines der Opfer stand in Verbindung mit den höchsten IRA-Kreisen, wo Duffy auf eine Mauer des Schweigens trifft, da jeder, der den Mund aufmacht, mit dem Schlimmsten rechnen muss …


Jetzt direkt kaufen bei:

sofortweltenamazon

Hörerrezensionen (1)

3

Re: Der katholische Bulle

von Herbstrose am 08.12.2013

Nordirland 1981. Die Unruhen sind auf dem Höhepunkt, als Detective Sergeant Sean Daffy seinen Dienst bei der Polizei in Carrickfergus, einem Belfaster Vorort, antritt. Er ist neu in der Stadt und dazu noch Katholik, was im protestantischen Belfast nicht unproblematisch ist. Seine besonderen Fähigkeiten als Bulle muss er dann gleich unter Beweis stellen, als kurz hintereinander zwei männliche Leichen mit abgetrennter Hand und eine, zuvor vermisste, junge Frau erhängt aufgefunden wird. Ist ein hier Serienkiller am Werk? War der Tod der Frau Selbstmord oder doch Mord, wie die Gerichtsmedizin vermutet? Bei seinen Ermittlungen gerät Duffy ins Zentrum des Terrors, wird doch eines der Opfer mit den höchsten Kreisen der IRA in Verbindung gebracht.
Das wäre doch Stoff genug für einen spannenden Krimi. Doch leider wird der Lesefluss sehr oft durch längere Schilderungen der politischen Konflikthandlungen unterbrochen. Die vielen Abkürzungen der einzelnen Gruppierungen (IRA, INLA, FRU, SAS, UDA, UVF usw.) tragen auch nicht unbedingt zum Verständnis der Lage bei. Auf die geschichtlichen und politischen Hintergründe der Unruhen wird kaum eingegangen. Dass es in Belfast offenbar ständig regnet, und dieser Umstand im Buch immer und immer wieder erwähnt wird, ist doch ziemlich ermüdend.
Das Vorgehen und die teils brutalen Methoden der Polizei, besonders Sergeant Daffys, sind für mich ein weiterer Kritikpunkt. Da wird getrunken was das Zeug hält. Morgens ein Whisky, mittags ein Bierchen und abends wird kräftig Wodka getankt. Dass Daffy manchmal bestechlich ist und gelegentlich sogar kifft, macht ihn auch nicht gerade zum Sympathieträger.
Trotzdem gelingt es dem Autor, die Spannung aufzubauen und bis zum Schluss zu halten. Für Leser mit Interesse an der politischen Lage ein durchaus lesenswerter Krimi.

Eine eigene Rezension hinzufügen

 
Connect
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen. Als angemeldeter Benutzer ist dies nicht nötig.

Themenwelten

Senioren, Greise, Silver Surfer

Senioren, Greise, Silver Surfer

Alte Menschen in der Literatur

Vom Eise befreit

Vom Eise befreit

Frühlingsliteratur

Über das Denken

Philosophie für Kinder

Von Geburt an Philosophen

Wer sind die anderen?

Afrika

Der so genannte dunkle Kontinent

Familiengeschichten

Vater, Mutter, Kind, Krieg

Familiengeschichten

Wirtschaftskrisenwerke

Wirtschaftskrisenwerke

Über Gier und Risiko