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Rabenliebe

Peter Wawerzinek

Rabenliebe

BIOGRAFIEN

Gelesen von Michael Rotschopf

Informationen: Lesung, 619 Minuten, 9 CDs, 34.95 €

Verlag: Argon Verlag

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Rezension

Wahrlich kein leichter Stoff, den uns Peter Wawerzinek da anbietet. Der Ingeborg-Bachmann-Preisträger erzählt uns von seinem Leben, von seinem Leben ohne Mutter. Sie hat ihn 1954 als Zweijährigen in der DDR zurückgelassen. Er wächst zunächst in Heimen auf, später hat er das "Glück" adoptiert zu werden. Um der neuen, nahen Mutter fern und seiner fernen Mutter nah sein zu können, beschließt er mit zehn Jahren Schriftsteller zu werden. Nach dem Fall der Mauer, nach fast 50 Jahren Trennung, bricht Peter ins Schwäbische zu seiner Mutter auf, die ihn mit den Worten empfängt: "Da bist du ja." Herzloser, trauriger geht es kaum.

Wenn Peter Wawerzinek aus seinen Romanen liest, verliert er die Schwere. Der frühere Stehgreif-Poet am Prenzlauer Berg betont das Komische des Tragischen. Anders Michael Rotschopf, dessen Stimme die Hörbuch-Fassung von "Rabenliebe" prägt. Rotschopf liest angemessen ernst, mit einem unglaublich angenehmen Timbre. Seine Stimme schafft Tiefe, er passt sich den unterschiedlichen Sprachmelodien des Romans wunderbar an. Zitiert sachlich-korrekt aus Zeitungsartikeln, rezitiert lyrisch Gedichte und Kinderlieder und füllt Wawerzineks fließende Sprache mit Melancholie. Selten so gut unterhalten bei so viel Traurigkeit. Michael Rotschopf sei Dank. Unbedingt empfehlenswert!

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Kurzbeschreibung

Die Abwesenheit seiner Mutter war das schwarze Loch, der alles verschlingende Negativpol in Peter Wawerzineks Leben. Der Junge, herumgereicht in verschiedenen Kinderheimen, blieb stumm bis weit ins vierte Jahr, mied Menschen, lauschte lieber den Vögeln, ahmte ihren Gesang nach, auf dem Rücken liegend, tschilpend und tschirpend. Als Grenzsoldat unternahm er einen Fluchtversuch Richtung Mutter in den Westen, kehrte aber, schon jenseits des Grenzzauns, auf halbem Weg wieder um. Zeitlebens kämpfte Peter Wawerzinek mit seiner Mutterlosigkeit. Nach jahrelanger Veröffentlichungspause beginnt er sich das Trauma aus dem Leib zu schreiben: Über Jahre hinweg arbeitete er wie besessen an Rabenliebe, übersetzte das lebenslange Gefühl von Verlassenheit, Verlorenheit und Muttersehnsucht. Das Ergebnis ist ein literarischer Sprengsatz, wie ihn die deutsche Literatur bisher nur selten zu bieten hatte.


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