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Jaroslav Rudiš, Jaromír 99: Alois Nebel

Datum: 13.06.12 - 13.06.12
Internet: http://www.literaturhaus-muenchen.de
Kategorie: Sonstiges
Ort: Literaturhaus
Salvatorplatz 1
80333 München

„Meine Bibliothek? Hundert Fahrpläne. Hundert Jahre unserer Strecke. Hundert Jahre Geschichte übereinandergestapelt.“

Ende der achtziger Jahre. Der einsame Fahrdienstleiter Alois Nebel arbeitet an einem kleinen Bahnhof in Bíly Potok, einem abgelegenen Ort an der tschechoslowakisch-polnischen Grenze, dem früheren Sudetenland. Die Eisenbahn ist sein Schicksal, wie schon für seinen Großvater und Vater. Alois ist ein Einzelgänger, der das Sammeln alter Fahrpläne der Gesellschaft von Menschen vorzieht. Doch manchmal legt sich der Nebel über seine Bahnstation. Dann sieht er Züge mit Geistern und Schatten aus der dunklen Vergangenheit Mitteleuropas: dem Zweiten Weltkrieg, der Vertreibung der Deutschen, der sowjetischen Besatzung.

„Alois Nebel“ ist eine tschechische Graphic Novel in drei Teilen (Labyrint Verlag, Prag, 2003-2005), ein raues, holzschnittartiges, schwarzweißes Gemeinschaftswerk des Schriftstellers Jaroslav Rudiš und des Zeichners Jaromír 99, das in der Übersetzung von Eva Profousová nun auch auf Deutsch erschienen ist (Verlag Voland & Quist). Der melancholische Eisenbahner ist in Tschechien längst eine Kultfigur – nun tritt er auch in Deutschland seine Reise an – natürlich mit der Bahn. Zusammen mit dem Stuttgarter Literaturhaus und der Agentur Gold & Wirtschaftswunder haben die beiden Autoren die Ausstellung „Alois Nebel – Leben nach Fahrplan“ nach Bildern und Auszügen aus ihrer Graphic Novel entwickelt. Sie wird im Literaturhaus München in den Fluren, im Treppenhaus und sogar in den Toiletten zu sehen, zu lesen und zu erleben sein.

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