Das Phänomen Harry Potter
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Gelesen von Irina von Bentheim
Informationen: gekürzte Lesung, 320 Minuten, 4 CDs, 24 €
Verlag: edelkids
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Rezension
Möchte man sich wirklich von „Carrie“ das Phänomen Harry Potter erklären lassen? Zunächst scheint Irina Bentheim – deutsche Synchronstimme von Sarah Jessica Parker aus „Sex and the City“ – mit ihrer „Mädels, lasst uns Schuhe kaufen gehen!“-Stimme fehl am Platz. Doch nach wenigen Kapiteln passt die lebendige Lesung perfekt zum Inhalt. Irina von Bentheim erfasst die Begeisterung der Autorin, deren Schaffen man teilweise wirklich hören muss, um es zu glauben. Zumindest, wenn man nicht zu den ultimativen Potter-Fans gehört.
Es geht vor allem um die Fankultur, die J.K. Rowling – die das Vorwort und ihren Segen zu dem Buch geliefert hat – mit ihrem Zauberlehrling weltweit ausgelöste. Melissa Anelli muss es wissen: Sie betreut die Fansite „Leaky Cauldron“. Ihre Liebe zu den zauberhaften Romanen ist das eine. Aber ihre fast kindliche Begeisterung und ihre Einblicke in die Potter-Mania, die unglaubliche Blüten trägt, hat Unterhaltungswert. Es geht um Fan-Fiction, skurrile Aktionen, eine Potter-Rockcombo und eben das Band, das weltweit Millionen von Fans, einte. Und da J.K. Rowling ein Fan „Leaky Cauldron“ ist, sorgt die erste Begegnung zwischen Anelli und ihr selbst für hartgesottene Hörer für Gänsehaut.
Dennoch wäre weniger mehr gewesen, so dass dieses Hörbuch wohl nur Gleichgesinnten durchgängig Freude bereiten wird.
(bär)Kurzbeschreibung
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Re: Das Phänomen Harry Potter
Die Idee dieses Hörbuchs fand ich – als selbst kleiner Harry-Potter-Fan – großartig. Ein Buch zu schreiben über „Das Phänomen Harry Potter“ und darüber, was in den Köpfen der Leser und Fans vor sich geht. Eins ist sicher: Der Zauberlehrling hat absolutes Suchtpotential und ich kenne niemanden, der nur einen Harry-Potter-Band gelesen oder gehört hat. Wenn man erst einmal in die Parallelwelt der Zauberer eingetaucht ist, gibt es kein Entkommen mehr – weder für groß noch für klein. Weltweit wurden von den Büchern mehr als 400 Millionen Exemplare verkauft und in 67 Sprachen übersetzt. Um dieses Suchtpotential und die Hysterie als Normalsterblicher besser zu verstehen, wurde eben dieses Buch geschrieben – übrigens autorisiert und abgesegnet von Harry-Potter-Mutter J. K. Rowling.
Im Leben von Melissa Anelli, Autorin dieses Buches und selbst riesengroßer Harry-Potter-Fan, dreht sich seit Jahren alles um eben diesen einen Harry Potter. Als Redakteurin der Internetseite „Leaky Cauldron“, ist sie seit 2001 intensiv damit beschäftigt, alles rund um Harry Potter aufzusaugen und die Fans mit den neuesten Informationen zu versorgen. Wie alles anfing und wie Melissa Anellis Leben sich seit den Anfängen bei der Internetseite „The Leaky Cauldron“ („Der tropfende Kessel“) verändert hat, erfährt man im vorliegenden Hörbuch. Sie schreibt munter von der Seele, sehr persönlich und leicht verdaulich und es macht einfach Laune, diesem intensiven Fanleben zuzuhören.
Gelesen wird das Fanwerk von Multitalent und Sex-and-the-City-Stimme Irina von Bentheim. Ihre bekannte und schmeichelhaft sanfte Stimme passt sehr gut zum liebenswürdigen Inhalt. Gekonnt versteht es von Bentheim, das Innenleben und die Gefühlswelt der Autorin und so das „normale“ Fan-Dasein auf charmante Weise zu verdeutlichen. So wirkt der Text sehr sympathisch, frisch und einfach ehrlich!
Vorteil and diesem andersartigen Hörbuch ist der wirklich tiefe Einblick, den man beim Hören erlangt. Man erfährt Dinge, von denen man vorher als normalsterblicher Potter-Fan noch nie etwas gehört hat, beispielsweise von der Band „Harry and the Potters“ und einer ganzen Musikbewegung, die dahinter steckt. Dieses und vieles mehr erfährt man von Melissa Anellis und natürlich kommt auch Harry-Potter-Mutter Joanne K. Rowling zu Wort, die diesem Buch eigens ihren Segen erteilt und das Vorwort geschrieben hat.
Doch wo Sonne ist, da ist auch Schatten und die Kehrseite einer solchen Veröffentlichung wie „Das Phänomen Harry Potter“ ist auch, dass man Dinge erfährt, die man vielleicht gar nicht wissen wollte. Zum Beispiel erfährt der Hörer, dass aus Sicht von J. K. Rowling, Schulleiter Albus Dumbledore schwul ist. Das war für mich wie ein Schlag ins Gesicht, denn in meiner Fantasie bin ich nie auch nur auf den Gedanken gekommen, Dumbledore hätte überhaupt irgendein Liebesleben gehabt. Solche und andere Dinge, an die man beim Hören nie auch nur gedacht hat, klatscht einem Melissa Anelli bei ihrem Werk mitten ins Gesicht, und die eigene Fantasie ist dahin. Daher ist es vor dem Hören dieses Werkes unbedingt empfehlenswert, alle sieben Potter-Teile gehört bzw. gelesen zu haben, denn ansonsten dürfte man mehr als enttäuscht sein. Wer also Harry Potter gerade erst für sich entdeckt hat, sollte von „Das Phänomen Harry Potter“ unbedingt die Finger lassen. Für alle „süchtigen“ Potter-Fans dürfte dieses Werk jedoch sowieso zur Pflichtlektüre gehören.
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