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Die Liebe des letzten Tycoon

F. Scott Fitzgerald

Die Liebe des letzten Tycoon

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Gelesen von Anna Thalbach

Informationen: ungekürzte Lesung, 290 Minuten, 4 CDs, 24.9 €

Verlag: Diogenes

Hörer-Rezension2

Redaktion

Leser

Rezension

Als F. Scott Fitzgerald am 21. Dezember 1940 starb, hatte er die Arbeit an seinem Roman "Die Liebe des letzten Tycoon" nicht vollendet. Trotzdem steht dieses Romanfragment für sich, muss nicht ergänzt werden, damit es als Ganzes wahrgenommen wird. Fitzgerald schreibt  in diesem Buch, so wie er es bereits beim "großen Gatsby" getan hat, über einen Mann mit Charakter in einer charakterarmen Welt: Er erzählt die Geschichte von Monroe Stahr, dem letzten Tycoon im Hollywood der dreißiger Jahre, der durch einen Zufall einer Frau begegnet, in die er sich verliebt, weil sie ihn an seine verstorbene Frau erinnert. Berichtet wird diese letzte Liebe des letzten Tycoon von Cecilia Brady, der Tochter von Stahrs Geschäftspartner.

In der nun auch als Hörbuch erschienenen Fassung spricht Anna Thalbach die Cecilia. Etwas oberflächlich, aber nicht dumm lässt sie sie klingen, ganz das einstige Collegemädchen, das reifer geworden durch Erfahrungen aus der Erinnerung über Stahrs Liebe zu der jungen Kathleen erzählt. Eine gute Lesung, passend zum Roman. Wirklich bemerkenswert dagegen ist das Booklet, in dem Verena Lueken auf 26 Seiten ausführlich den literarischen Hintergrund dieses Romans und die vorliegende Neuübersetzung beleuchtet. Aufschlussreich und informativ.

(jr)

Kurzbeschreibung

Er ist der letzte Hollywood-Produzent, der Mittelmaß und Klischees nicht duldet: Monroe Stahr verbringt Tag und Nacht in den Aufnahmestudios, Vorführräumen und Drehbuchschreiber-Büros, um die Arbeit an seinen Filmen zu überwachen. Als ein Gewitter nachts die Kulisse für eine Burma-Szene unter Wasser setzt, ist er sofort zur Stelle – und entdeckt dabei zwei Frauen, die sich unerlaubt auf das Gelände geschlichen haben. Eine davon ist Kathleen Moore – deren natürlicher Charme Monroe Stahr vom ersten Augenblick an in den Bann zieht.
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Hörerrezensionen (2)

5

Re: Die Liebe des letzten Tycoon

von Heinz-J. Schönhals am 11.11.2013

Der Roman gestaltet die Ereignisse in entscheidenden Punkten anders als der Film: Kathleen Moore erscheint hier nicht als hartherzige Lady. Ihr Verhalten ist nachvollziehbar. Sie fragte Monroe, ob sie den Amerikaner heiraten solle. (Im Film sagte sie kurz und bündig zu ihm: Ich heirate ihn). Stahr sagt ihr im entscheidenden Augenblick nicht das erlösende Wort, auf das sie eventuell wartete: „Es ist ein neues Leben!“ Gemeint ein neues Leben an seiner Seite. „Das ist deine Chance, Stahr. Greif zu – jetzt.....sag es ihr und bring sie fort.“ Aber er wollte erst einmal darüber schlafen. Kathleen war auch nicht so entschlossen und selbstbestimmt wie im Film, sondern „ein bisschen durcheinander“. Das "furchtbare" Telegramm ließ sich gar nicht vermeiden. Der Amerikaner, wider Erwarten früh zurückgekommen, hatte Kathleen überrumpelt und zum Standesamt geschleppt. Diese war also sozusagen fremdbestimmt, nicht mehr Herrin ihrer Entschlüsse. So erscheint Kathleen Moore im Roman als ein völlig anderer Charakter als im Film.

3

Re: Die Liebe des letzten Tycoon

von Schönhals, Heinz-Jürgen am 31.08.2013

Das Frauenbild in Scott - Fitzgerald’s Roman „Der letzte Tycoon“ oder – jedenfalls – in Elia Kazans Film scheint mir ziemlich negativ zu sein, zumindest was den Charakter der Kathleen Moore betrifft. Die Art, wie diese Schöne den verliebten Monroe Stahr abserviert, ist brutal. Man kann ja verstehen, dass eine Frau einen verliebten Mann aus zwingenden Gründen zurückweist, aber sich erst mit ihm einzulassen und damit Liebe zu signalisieren, dem vor Liebe hingerissenen und ständig weiter hoffenden Monroe Stahr dann sukzessive die kalte Schulter zu zeigen bis zum endgültigen Knock-out (Telegramm: „Bin gerade getraut worden!“), zeugt von einem schlechten Charakter. Der rätselhafte Schluss, laut FAZ-Besprechung eine Improvisation Kazans, ist m.E. das folgerichtige Ende dieser verkorksten Liebe. Monroe Stahr, der sich im Suff mit einem Drehbuchautor geprügelt hat, wird entlassen. Er geht langsam eine verlassene, von Dämmerung umfangene Straße auf dem Studiogelände in Hollywood entlang. Niemand ist zu sehen. Am Rollgitter zu einem Tonstudio bleibt er stehen. Sein Gesicht zeigt Spuren einer Verzweiflung. Dann tritt er durch das Tor und verschwindet im Dunkeln. Damit wird ausgesagt: der Mann ist von dem brutalen Mädchen seelisch fertig gemacht und beruflich ruiniert worden. Vor ihm liegt nur noch das Nichts.

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