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Vier Lehrmeister

Liao Yiwu

Vier Lehrmeister

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Gelesen von Martin Engler, Sascha Icks

Informationen: Hörspiel, 67 Minuten, 1 CDs, 14.99 €

Verlag: Hörbuch Hamburg

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Rezension

Der Hunger sei sein erster Lehrmeister gewesen. Er habe seinen Überlebenswillen gestärkt, „und letztendlich war er es, der mich zum Schreiben brachte“, sagt der chinesische Schriftsteller und Dichter Liao Yiwu, dessen Werke aufgrund seiner kritischen Haltung zur chinesischen Regierung in China verboten sind. Seit Juli 2011 lebt Liao Yiwu im Exil in Deutschland, und mit „Vier Lehrmeister“ verknüpft er vier Schicksale mit seiner eigenen Biografie. Neben dem Hunger seien die Schande, die Obdachlosigkeit und das Gefängnis seine weiteren Lehrmeister.

Das Hörspiel von Andrea Getto verzichtet nahezu auf jede Art akustischer „Ablenkung“, vor allem die vier Interviews finden ohne Geräuschteppich statt und erzielen auf diese Weise eine umso eindringlichere Wirkung – nicht zuletzt auch durch die sehr ruhige Erzählweise. So erzählt unter anderem ein Leichenschminker von seinen Erlebnissen während der großen Hungersnöte, ein Leprakranker vom Ausgestoßensein aus der Dorfgemeinschaft. Wütend sind hier nur die eingespielten, aggressiven Gesänge, die mit Gedichten des Autors die gesellschaftskritische Collage dieses NDR-Hörspiels zu einem Ganzen zusammenfügen.

(jw)

Kurzbeschreibung

Der Hunger, die Schande, die Obdachlosigkeit und das Gefängnis, das seien seine Lehrmeister, formuliert der chinesische Autor Liao Yiwu in einer Rede, die er vor dem unabhängigen chinesischen PEN-Zentrum 2007 halten sollte, aber nicht konnte. Der Hunger, die Schande, die Obdachlosigkeit und das Gefängnis sind auch die Erfahrungen vier seiner Interviewpartner in der Gesprächssammlung Fräulein Hallo und der Bauernkaiser. Chinas Gesellschaft von unten. Ein Leichenschminker erzählt von seinen Erlebnissen während der großen Hungersnöte. Ein Leprakranker vom Ausgestoßensein aus der Dorfgemeinschaft. Die 18-jährige Fräulein Hallo, die vor dem Fernseher aufgewachsen ist und haltlos in den Tag hineinlebt, vom Fansein. Ein Ausbrecherkönig von seinem Versuch, dem Gefängnis zu entkommen. Collagiert mit Gedichten, die der Autor bei seinem bisher ersten Besuch in Deutschland 2010 im Studio vortrug, werfen die Texte ein Schlaglicht auf die kollektiven Traumata Chinas.


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