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helden:tot

Stefan Sprang

helden:tot

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Gelesen von Andreas Fröhlich

Informationen: Hörspiel, 51 Minuten, 1 CDs, 14.9 €

Verlag: Mischmut

Hörer-Rezension1

Redaktion

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Rezension

Spätestens seit dem Roman "39,90" von Frédéric Beigbeder wissen wir: Die Werbebranche ist nichts für sensible, schwache oder alte Menschen. Letzterer Umstand kostet den fast 40-jährigen Marcus Wennmann den Job. Der ideenreiche Geist wird vor die Tür seiner Werbeagentur gesetzt. Ein Dankeschön vom Chef? Fehlanzeige! Seine erfolgreichen Slogans? Schnee von gestern! Die jahrelange sorgenfreie Zeit ist vorbei. "Dabei hatte ich die Welt geschaffen - und sie war gut", wettert Sprecher Andreas Fröhlich alias Wennmann - zerrissen zwischen Wut und Hass. Tief enttäuscht bombardiert der Kreative sein Diktiergerät mit Ideen, analysiert und interpretiert die Welt - sucht einen Ausweg aus seinem Dilemma.

Basierend auf Sprangs Theaterstück ist auch die Audiofassung eine verquere Reise durch die Gedanken Wennmanns. Begleitet von wenigen Soundeffekten und dem finalen "Lehrsatz" ist die Aufnahme mehr Hörbuch als -spiel. Mit viel Wortwitz und Ironie nähern sich Hörer und Hauptfigur der Wahrheit der Warengesellschaft.

Urkomisch treibt Fröhlich die gelungene Wortakrobatik auf die Spitze - einfach klasse! Selbst die unkontrollierten Rülpsattacken des geschassten Werbers sind unüberhörbar - und komisch. Das fiel auch der Jury des Deutschen Hörbuchpreises 2008 auf: Sie nominierten Fröhlich in der Kategorie "Bester Interpret". 

(mao)

Kurzbeschreibung

Er hat einen ultimativ erfolgreichen Werbeslogan kreiert für eine Sportartikelfirma: „Be Your Own Hero – Sei dein eigener Held.“ Marcus Wennmann hält sich selber für einen Helden: einen Helden der Arbeit. Doch als sein Chef ihn feuert und ihm seinen Nachfolger präsentiert, weil er zu alt ist und ausgebrannt wirkt, merkt Wennmann, dass er sich hat blenden lassen. Mit gerade mal Ende dreißig zerbricht seine Illusion von der stetigen Karriere und dem steten Geld. Er beschließt ernst zu machen mit seiner Botschaft: Er will sein eigener Held werden. Wennmann ist hin und her gerissen zwischen Wut und Hass auf alle, die über ihn und sein Schicksal entschieden haben und der Sehnsucht nach einem Glück, an dass er sich plötzlich wieder erinnert. Er sinnt auf Rache. Und er sucht nach einem Ausweg, nach seiner Wahrheit in der Warengesellschaft. Wennmann beginnt einen Plan zu schmieden, den er in den heimischen vier Wänden einem Aufnahmegerät anvertraut: Die Helden sind tot, es leben die Helden. Basierend auf einem Theaterstück von Stefan Sprang, ist die Hörspielfassung von „helden:tot“ ein faszinierender Trip durch die Gedanken und Gefühlswelt der Hauptfigur Marcus Wennmann. Der Hörer wird Zeuge eines gefühlvollen und ironischen Monologes– es entsteht ein „Heldenpodcast“ in dem Wennmann rast und tobt, hadert und trauert, fantasiert und hofft. So entsteht die Bestandsaufnahme eines nach Glück strebenden Menschens, der sich über seine Ängste hinwegsetzt und sich schlicht und ergreifend weigert, an der Realität zu scheitern.


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Hörerrezensionen (1)

4.2

Re: helden:tot

von Olaf von der Heydt (hoerspieltipps.net) am 11.08.2010

Stephan Sprang hat mit der Geschichte des Marcus Wennemann eine originelle, witzige und zugleich aber auch tragische Vorlage geschaffen, die sehr gut vom Bühnenstück vom Autor selbst und Kai Schwind in diesen hier vorliegenden "Heldenpodcast" übertragen wurde.

Der Protagonist, der aus Versatzstücken von Klischeehaftem und Groteskem kreiert wurde, schildert hier sein Auf- und (vor allem) Ab im Leben. Eine sehr fesselnde Geschichte, die zwar recht kurz, aber eben auch recht kurzweilig ist.

Andreas Fröhlich schlüpft in die Rolle des Marcus Wennemann - und darf hier endlich einmal zeigen, was für ein genialer Schauspieler er ist. Denn obwohl er hier nahezu ganz alleine das Werk bestreiten muss - gibt es beim Hörer keine Bedenken, dass dies kein Hörspiel sein könnte - das ist bei anderen, in diesem Bezug ähnlichen Produktionen oftmals so nicht der Fall. Für mich persönlich eine der besten Sprecherleistungen des Jahres.

Die Untermalung fällt aufgrund des gewählten Stils sehr mager aus. Musik gibt es bis auf das Abschlusslied "Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben" keine. Auch für die Kulisse sorgen hier keine Spezialeffekte, sondern ganz alltägliche Hintergrundgeräusche. Das stört hier gar nicht, denn alles andere würde zu dieser Produktion nicht passen.

Ein Werk, das mich durchaus positiv überrascht hat - eine ungewöhnliche, aber durch und durch hörbare, und vor allem empfehlenswerte Produktion.

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