Ein Abend voller Geschichte und Abgründe
Bernhard Aichner liest am 22. Oktober 2026 im kunSTall des historischen Kirchenwirts in Leogang. Der Kirchenwirt, 1326 erstmals als „Taverne zu St. Leonhard“ erwähnt, hat 2026 sein 700-jähriges Bestehen. Das ist eine Zeitspanne, in der sich Menschen aufgewärmt, gestritten, gegessen, gewartet und wahrscheinlich auch gefürchtet haben. Am 22. Oktober 2026 wird der Samerstall unter dem Namen kunSTall zur Bühne für Bernhard Aichner. Die Lesung bildet die Finissage und bringt ein Thrillerpaket an einen Ort, der für besondere Begegnungen wie geschaffen ist. Kunst, Küche und Kriminalliteratur treffen aufeinander; im Anschluss lädt das Haus zum Dinner im Gourmetrestaurant.
Die Rückkehr der Totenfrau
Aichner liest aus “Totenfrau – Die Rückkehr”. Mit seiner Figur Brunhilde Blum hat der 1972 in Osttirol geborene Autor eine Heldin geschaffen, die sich nicht in beruhigende Schubladen legen lässt. Blum trägt Verlust, Wut und Schuld mit sich. Dass Aichners „Totenfrau“-Stoff inzwischen für ORF und Netflix verfilmt wurde, erklärt seine Reichweite und seine Wirkung.
Aichners Bücher wurden in 16 Sprachen übersetzt; neben Romanen verfasst er auch Hörspiele und Theaterstücke. Er lebt in Innsbruck und im Südburgenland. Bei Rowohlt stehen neben der „Totenfrau“-Reihe auch Yoko und John, zwei miteinander verbundene Romane über Verletzung, Verwandlung und Vergeltung im Programm. Aichner ist dabei weniger an der Auflösung eines Falls interessiert als an dem Moment, in dem ein Mensch beschließt, nicht länger derselbe zu sein.
Zwischen Kerzenschein und Kontrollverlust
Eine Lesung im Stall: Das klingt zunächst nach Heimatabend, nach Holzbank und Harmonie. Bei Aichner ist Harmonie eine Angelegenheit mit kurzer Haltbarkeit. Gerade darin liegt der Reiz dieses Abends. Draußen Leogang, drinnen ein Gebäude, das älter ist als die meisten Familiengeschichten, und dazwischen eine Frau aus einem Thriller, die nahe am Abgrund balanciert.





