Zwei Empfehlungen, ein Gefühl für Tiefe
Mit seinem Buch “Champagner” porträtiert Peter Jauch ein Getränk, das seit Jahrhunderten mit Emotion, Ritual und Bedeutung aufgeladen ist. Jauch zeigt Champagner als ein Zusammenspiel aus Herkunft, Handwerk und Haltung. Die Méthode Champenoise wird verständlich erklärt, Terroirs werden lesbar gemacht, Unterschiede zwischen großen Häusern und jungen Winzer:innen präzise herausgearbeitet. Besonders überzeugend ist der Fokus auf Vielfalt: Neben den Ikonen der Region finden sich mutige, neue Stimmen, nachhaltige Ansätze und individuelle Handschriften. Das Buch liest sich wie eine Reise – analytisch fundiert, visuell opulent und emotional getragen. Ein Tipp für alle, die Champagner nicht nur trinken, sondern begreifen wollen.
Die Kunst der Balance
Ganz anders, aber nicht weniger präzise, nähert sich André Macionga dem Thema Genuss. Der vielfach ausgezeichnete Sommelier steht für eine Disziplin, die oft unterschätzt wird: das Cuvéetieren. Seine Arbeit beginnt dort, wo Einzelteile aufeinandertreffen und ein neues Ganzes entstehen soll. Macionga denkt Wein und Champagner wie ein Gericht – strukturiert, harmonisch, spannungsvoll. Seine Cuvées entstehen aus gereiften Komponenten, aus Erfahrung und sensorischer Klarheit.
Was Maciongas Weine auszeichnet, ist ihre innere Logik. Jede Cuvée erzählt von Entscheidungen, von Verkostungen, von dem Mut, nicht der Rebsorte, sondern dem Geschmack zu folgen. Dass diese Gesinnung sowohl im Restaurant als auch in seinen Champagner- und Weinauswahlen spürbar wird, macht ihn zu einer bemerkenswerten Stimme der deutschen Genusskultur.




