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Joachim Brandenberg

Ein kleiner Schritt für die Menschheit

BILDER UND WELTEN

Informationen: , 18 €

Verlag: Jaja

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Redaktion

Leser

Rezension

Ein Gerichtssaal in Venedig im Februar 1325: Drei Wissenschaftler - Gufo, ein Geologe und Astronom, Sparviero, ein Philosoph, und Ciuffolotto, "er ist uns eine große Hilfe" - sollen beurteilen, ob Marco Polo sich China nur ausgedacht hat. Ihr Urteil ist klar: Herr Polo sagt zweifellos die Wahrheit. Es stützt sich darauf, dass "die geschilderten Taten keine außergewöhnlichen Leistungen darstellen." Denn "das wahre Abenteuer, die echte Forschungsarbeit" sei ein ganz anderes: die Mondfrage. "Jeden Tag steigt er im  Osten auf. Wir wissen nicht, ob aus einem Vulkan, aus dem Meer, aus einer Erdspalte." Die Stadt finanziert den dreien eine Forschungsreise. Unermüdlich gehen sie Richtung Osten. Erst in Kasachstan bemerken Gufo, Sparviero und Ciuffolotto, dass sie dem Mond nicht näher kommen, und die Erkenntnis veranlasst sie nicht zur Umkehr. Einer von ihnen wird auf dem Mond ankommen. Brandenberg erzählt von der Hybris des Menschen und seiner Sehnsucht nach Erkenntnis. Er zeichnet seine Figuren im Funny-Stil, mit Knollennasen und Hamsterbacken, aber die Geschichte stimmt trotz ihrer Komik melancholisch. Je karger und lebensfeindlicher die Landschaften werden, die die Reisenden durchwandern, desto wilder und psychedelischer werden ihre Streit- und Selbstgespräche. Der Mond möchte unterdessen einfach nur in Ruhe gelassen werden. Die Einzelseiten, in denen Brandenberg ihn auf je neun wunderschönen quadratischen Panels in den Fokus rückt, ragen aus der Geschichte von Gufo, Sparviero und Ciuffolotto heraus, in die Gegenwart und sogar in die Zukunft hinein. Zuletzt sehen wir den bedauernswerten Himmelskörper mies gelaunt und bis zur Unkenntlichkeit mit Wolkenkratzern gespickt.

(ed)

Kurzbeschreibung

Während im mittelalterlichen Venedig noch über die Glaubwürdigkeit des zurückgekehrten Marco Polo debattiert wird, glauben drei Wissenschaftler fest daran, dass sie nur weit genug in den Osten reisen müssen, ehe sie an den Ort gelangen, wo der Mond aus der Erde steigt. Sie ahnen noch nicht, dass sie nicht den Mond erforschen, sondern am eigenen Leib erfahren werden, wie lange Menschen bereit sind, an etwas zu glauben, wenn nur genug davon abhängt — entgegen allen neuen Erkenntnissen. Der Sehnsuchtsort selbst schläft unterdessen schlecht. Er wird von Alpträumen geplagt — kein Wunder, denn er ahnt, dass es mit den ruhigen Zeiten bald vorbei ist. Die eine Frage drängt sich geradezu auf: Hat sich Neil Armstrong eigentlich je gefragt, ob der Mond überhaupt besucht werden will?


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