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Serhij Zhadan

Die Erfindung des Jazz im Donbass

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Informationen: , 21.95 €

Verlag: Suhrkamp

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Redaktion

Leser

Rezension

Mit Jazz hat das Ganze natürlich gar nichts zu tun, aber durchaus mit einem irgendwie grundentspannten Lebensgefühl, das guter Jazz vermitteln kann. Serhij Zhadan, profiliertester ukrainischer Autor der jungen Generation, schickt seinen Helden, einen großstädtischen Werbemenschen namens Hermann, in die gottverlassene Donbass-Gegend, damit er sich um die Tankstelle seines Bruders kümmert und einen Haufen absurder kleiner Abenteuer durchlebt, von denen etliche erotischer Natur sind. Außerdem entdeckt Hermann alte Jungenfreundschaften wieder, trauert ein wenig um die schon Gestorbenen, spielt Fußball mit Gespenstern, wird großzügig eingemeindet in eine weitläufige Romasippe, in die ein Freund einst eingeheiratet hat, und kommt insgesamt nicht mehr los von der alten Heimat. Dass die Frauen sich geradezu um ihn zu reißen scheinen, trägt sicher zu dieser Faszination bei. Trotzdem ist dies nicht nur ein Roman für Jungen, sondern eine atmosphärisch genau richtig abgefahrene Huldigung an die Struppigkeit und die Weite der Landschaft im Donbass-Becken, deren Bewohner ihrer Umgebung an Struppigkeit und Eigenartigkeit in nichts nachstehen.

(kgr)

Kurzbeschreibung

Herman, ein junger Werbeunternehmer, wird von einem ominösen Anruf aufgeschreckt: Sein Bruder, der am Rande der Steppe eine Tankstelle betreibt, ist spurlos verschwunden. Am Ort des Geschehens trifft Herman auf die Angestellten seines Bruders, verliebt sich in Olha, die eigenwillige Buchhalterin, und versucht, die Tankstelle vor den Attacken eines einheimischen Oligarchen zu retten. Dabei wird ihm klar, dass weit mehr auf dem Spiel steht: nämlich das Glück und der Sinn des Lebens. Serhij Zhadan, der literarische Feuerwerker, verwandelt in seinem neuen Roman das Industrierevier Donbass in eine fantastische Landschaft, wo Steppennomaden auf Geisterfahrt gehen und sich die Spur der geheimnisvollen amerikanischen Anarchistin und Jazzkomponistin Gloria Adams verliert. Easy-Rider-Atmosphäre am Rande Europas: Hier wird der Traum von der Freiheit noch einmal ganz anders geträumt: als Suche nach Heimat inmitten der Grenzenlosigkeit. Pressestimmen: »Der Roman Die Erfindung des Jazz im Donbass, der im Orginal schlicht den Städtenamen Vorosilovgrad trägt, handelt nur am Rande vom Jazz und ist noch ehrgeiziger konstruiert, noch rasanter als die bisherigen Bücher Zhadans. ... Bei aller Turbulenz finden sich in diesem Buch aber auch zahlreiche schwebende, elegische Momente, Sätze, denen man anmerkt, dass Zhadan als Lyriker angefangen hat.« Wolfgang Höbel, Der Spiegel 50/2012 »Ein Zustand zwischen Entspanntheit und Erschöpfung kann nach einer gewissen Zeit der Lektüre eintreten und dazu führen, dass die Anstrengungen der bewussten Sprachaufnahme vorübergehend zu viel werden.« Katharina Granzin, taz. die tageszeitung »Zhadan ist ein überragendes Sprachtalent. Er kann krachend ironisch sein. Die Bilder, die er findet, sind überraschend und eingängig. Hinzu kommt ein robuster Sinn für Slapstik.« Judith Leister, Neue Zürcher Zeitung »Ein Roadmovie, eine Gaunergeschichte und ein Heimatroman ist Die Erfindung des Jazz im Donbass ... Eine faszinierende Reise in eine eigentümliche Welt, die kaum ein fremder je betreten dürfte.« Basler Zeitung »Zhadan erzählt keinen Tatsachenroman, er deutet Tatsachen allerhöchstens an. Zhadans Verdienst ist viel größer: Er verwandelt den Donbass in ein Literaturrevier, heiß, flirrend, unvorhersehbar und gefühlsmäßig mehr Blues als Jazz.« Jutta Sommerbauer, Die Presse »Sprachlich und dramaturgisch geschieht in diesem Buch mehr, als hier angedeutet werden kann. Schließlich handelt es sich um ein zwischen zwei Buchdeckel gepreßtes Kunstwerk, das durch lesen unbedingt lebendig gemacht werden sollte.« Mareike Katchourovskaja, Lesart 4/2012 »... eine atmosphärisch genau richtig abgefahrene Huldigung an die Struppigkeit und die Weite der Landschaft im Donbass- Becken, deren Bewohner ihrer Umgebung an Struppigkeit und Eigenartigkeit in nichts nachstehen.« Bücher 2/2013


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