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Clemens Berger

Ein Versprechen von Gegenwart

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Informationen: , 12.99 €

Verlag: Luchterhand

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Redaktion

Leser

Rezension

Erzähler dieser Novelle ist ein Kellner, der zum Voyeur seiner Gäste wird und seine erotischen Fantasien auf eine russische "Schönheit" projiziert. Er vergöttert die Russin, die in seinen Beschreibungen zur eindimensionalen Männerfantasie wird. Aus Sicht ihres Liebhabers verfasst, werden diese Imaginationen dann als eigenständige Geschichten eingefügt. Mögliche Sexpraktiken und fade Alltäglichkeiten werden detailliert ausfantasiert. Alles andere bleibt verwirrend ungewiss. Das hätte eine starke Geschichte eines verrückten, unzuverlässigen Erzählers à la Poe werden können. Stattdessen ist es leider nur die unentspannte Träumerei eines Kellners, der sich aufgegeben hat.

(jw)

Kurzbeschreibung

Lass uns verreisen, sagte er, ans Meer, für eine Nacht. Ich war seit Ewigkeiten nicht am Meer. Ihn kann so schnell nichts überraschen, denn er arbeitet schon lange als Kellner in einem gehobenen Restaurant. Zu oft hat er die kleinen Gesten für die großen Gefühle seiner Gäste beobachten können: wie die Pärchen sich gegenseitig beeindrucken, wie sie einander umtänzeln, wie sie sich wieder entlieben. Aber dann betreten ein Mann und eine Frau sein Restaurant, für die der Kellner noch keine Worte hat. Und die sein Leben verändern werden. Sie ist atemberaubend. Aber was heißt das schon? Zehn von neun Männern würden für sie Frau und Besitz aufgeben, ohne mit der Wimper zu zucken. Aber der, mit dem sie jetzt an einem Tisch sitzt, hat nichts Triumphales an sich. Er ist beneidenswert entspannt in seiner Selbstsicherheit: Ich hatte sie. Ihr nicht. Der Kellner beginnt, die Beziehung der beiden zu »lesen«, er dechiffriert die Bruchstücke ihrer Unterhaltung, die er belauscht, er deutet den Schwung ihrer Gesten. An den nur ein wenig verrutschten Kleidungsstücken erkennt er den Sex, von dem sie gerade kommen. Er wird zum Mitwisser ihrer Affäre – und unversehens zum Beteiligten. Clemens Berger entführt uns in einen Zwischenraum der gewöhnlichen Zeit, in die Spanne kurz vor oder kurz nach Mitternacht, wenn mehr möglich ist, als man sich je ausgemalt hatte. Und er erfindet eine ganz eigene, atemberaubend genaue, sinnliche und elegante Sprache für das, was man so leichtfertig Erotik nennt. "Mehr als das kann Literatur eigentlich nicht schaffen." NEON (08.06.2013) "Clemens Berger hat mit diesem Buch nicht nur eine verwickelte und sorgsam konstruierte Liebesgeschichte geschrieben, sondern auch einen Text über Poetik." Anne-Dore Krohn / rbb kulturradio (30.05.2013) "Berger hat dafür eine elegante Sprache gefunden, die in den virtuos gelungenen erotischen Passagen geradezu vibriert. Fazit: ein kleiner, überaus sinnlicher Leckerbissen." Wolfgang A. Niemann / Rhein-Neckar-Zeitung (17.08.2013)


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