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Angelika Klüssendorf

Jahre später

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Informationen: , 17 €

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

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Redaktion

Leser

Rezension

Eine unglückliche Kindheit hat Angelika Klüssendorf im Roman "Das Mädchen" beschrieben, eine schwierige Jugend in "April". Da darf man im dritten Teil des Zyklus nicht eitel Sonnenschein erwarten. Aber ein wenig Hoffnung und Vertrauen, vielleicht gar Liebe wird zunächst gesät. Aus dem Mädchen mit Namen April ist eine Schriftstellerin geworden. Bei einer Lesung lernt sie Ludwig kennen, einen Arzt, der ihr einigermaßen seltsam vorkommt. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb fühlt sich April sofort mit ihm verbunden und vertraut. Tatsächlich entsteht daraus eine Ehe, eine Familie mit einem gemeinsamen Kind. Und zugleich eine riesige Überforderung. Ludwig zieht sich abends vor den Computer mit lärmenden Kriegsspielen zurück, April versucht sich in der Rolle einer fürsorglichen Gattin und Mutter. Das kann nicht gutgehen. Ludwig erweist sich zunehmend als menschenverachtender Dämon: "Ich werde dich zertreten wie einen Parasiten", droht er April. Wie Angelika Klüssendorf die zarten und hoffnungsvollen Triebe dieser ungleichen Beziehung schildert und schließlich die nicht mehr zu kittenden Zerwürfnisse und das Ende einer Ehe, ist in seiner Radikalität von großer Eindringlichkeit: eine schnörkellose, glasklare, schonungslose Prosa, wie sie nicht oft zu lesen ist.

(sti)

Kurzbeschreibung

Auf einer Lesung lernt sie einen Mann kennen, der April zunächst durch seine dreist raumnehmende Art auffällt. Es ist nicht Sympathie, die sie zusammenführt. Es ist eine andere Form der Anziehung: Intensität. Angelika Klüssendorf erzählt, wie eine Liebe zwischen zwei radikalen Einzelgängern entsteht, die beide mit ihren eigenen Mitteln versuchen, ins Soziale zu finden und zu sich selbst. Es ist eine Geschichte von der Bereitschaft, sich zu öffnen, von glühender Gemeinsamkeit, aber auch den unaufhaltsamen Fliehkräften, die das Paar auseinandertreiben. Ohne jemals Partei zu ergreifen oder seine Figuren zu denunzieren, entwickelt »Jahre später« die Anatomie einer toxischen Partnerschaft. Als Leser wünscht man bis zuletzt, dass es gelingen möge, und zugleich, dass es endlich ein Ende hat mit den beiden. Ein Buch, das keinen Moment lang unberührt lässt.


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