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Kathrin Gerlof

Nenn mich November

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Informationen: , 20 €

Verlag: Aufbau Verlag

Leser-Rezension1

Redaktion

Leser

Rezension

Vom hippen Berliner Öko-Start-up für kompostierbares Geschirr in ein ostdeutsches Provinzdorf ist es ein weiter Weg. Marthe und David werden durch ihre Privatinsolvenz jäh in dieses neue Leben geworfen und stehen wie Aliens in dem von Maismonokulturen und Biogasanlagen umzingelten Dorf voller abgehängter Existenzen, die alle am Geldhahn der beiden verbliebenen Großbauern hängen. Marthe, die will, dass man sie November nennt, ist eine faszinierende Figur. Immer auf dem neuesten Stand zu allen Terror- und Klimakatastrophen bis in den letzten Winkel der Welt (trotz schlechter Internetverbindung) ist dennoch den Menschen zugewandt und versucht, sich dem Dorf zu nähern. Doch die meisten mauern, hier lässt man keine Fremden hinter die trostlosen Fassaden schauen. Als jedoch in den Zwangsarbeiterbaracken eine Flüchtlingsunterkunft entsteht, erwacht das Dorf. David hingegen verstummt. Wo das alles hinführen soll, weiß keiner, Marthe schon gar nicht. Und auch Gerlof jagt keinem Plot hinterher, sondern inszeniert die bleierne Lethargie, die dieses Dorf gefangen hält, in einer bildreichen und experimentellen Sprache. So springt Marthe immer wieder mit ihrer eigenen Stimme mitten in den Erzählfluss. Ein sprachloses Dorf zum Leben zu erwecken, das ist die Kunst, die Gerlof vollbringt.

(ts)

Kurzbeschreibung

Marthe und David befinden sich im freien Fall und müssen Privatinsolvenz anmelden. Notgedrungen ziehen sie an den Rand eines Dorfes in ein gerade noch bewohnbares Haus, das David geerbt hat. Selbst das Internet macht einen Bogen um die Gegend. Das Dorf – umzingelt von genmanipulierten Maisfeldern für Biogasanlagen – scheint seine Seele verloren zu haben. Die Bewohner überlassen es zwei Großbauern, ihre Angelegenheiten zu regeln. Als in ehemaligen Zwangsarbeiterbaracken Flüchtlinge untergebracht werden, zieht mit ihnen Verunsicherung ins Dorf. Marthe, geduldete Außenseiterin und unablässig auf der Suche nach den schlimmsten aller Nachrichten, erlebt, wie die Lethargie weicht. David jedoch verstummt mehr und mehr, und eines Abends liegt ein Zettel auf dem Küchentisch.


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