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Laurence Tardieu

So laut die Stille

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Informationen: , 19 €

Verlag: edition fünf

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Redaktion

Leser

Rezension

Obwohl sie kein Opfer war, fühlte sie sich angegriffen und im Innersten erschüttert. Die Französin Laurence Tardieu verarbeitete das Trauma der Attentate auf Charlie Hebdo in ihrem autobiografischen Roman. Suchend spürt sie nach den Worten, die ihre innere Haltlosigkeit zu fassen kriegen, denn es gibt noch einen zweiten Verlust, der sie beschäftigt. Der Verkauf des Hauses ihrer Kindheit steht von außen betrachtet in keinem Verhältnis zu dem kriegsähnlichen Ausnahmezustand, der in diesen Zeiten in den Straßen von Paris herrscht, doch von innen sieht das ganz anders aus. Der doppelte Verlust lässt sich nicht trennen, und so folgt Tardieu beiden Spuren - lässt die sinnlichen Erinnerungen an die Familien-Sommer in Nizza wiederauferstehen und durchstreift den Alltag in Paris, in dem die Menschen keine Worte für den Schrecken haben. Tardieu findet Worte, atemlos beschreibt sie ihre Gefühlswelt, ihre rhythmische Sprache transportiert die starken Emotionen. Sie will Raum schaffen für das Neue. Denn in dieser haltlosen Zeit ist sie schwanger und dadurch umso mehr auf ihren Körper fixiert. Es ist ein existenzieller Schmerz, der durch die Sprache spürbar wird. Worte können nicht heilen, aber sie verbinden uns miteinander. Wir können sie teilen gegen die laute Stille, die dem Schrecken innewohnt.

(ts)

Kurzbeschreibung

Januar 2015: Die Erzählerin schreibt an einem Roman über das Haus ihrer Kindheit in Südfrankreich. Es soll verkauft werden, und sie möchte die Erinnerungen daran retten. Die Anschläge von Paris auf die Redaktion von Charlie Hebdo reißen sie aus dem Schreiben heraus. Der Verlust des Gefühls von Sicherheit in der eigenen Lebenswelt färbt alles – auch der Verlust des großelterlichen Haus es erscheint in anderem Licht. Sich im Schreiben diesen Rückzugsort zu bewahren, der lange untrennbar mit ihrer Existenz verbunden war, wird zu einem aussichtslosen Projekt. In der Erinnerung an das unbeschwerte Leben in Nizza und im Erleben des veränderten Alltags in Paris sucht sie nach Antworten auf die Frage, was in einer zerfallenden Welt noch standhält. Sie versucht, in der Sprache selbst den Halt zu finden, den sie zum Weiterleben braucht – für sich, ihre Töchter und den Sohn, den sie zur Welt bringen wird –, bis die Attentate im November die Stadt erneut erschüttern. Eine Geschichte, die politische und private Ereignisse miteinander verwebt und der Angst vor dem Terror die Suche nach der eigenen Freiheit entgegenstellt.


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