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Antonia Baum

Vollkommen leblos, bestenfalls tot

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Informationen: , 19.99 €

Verlag: Hoffmann und Campe

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Redaktion

Leser

Rezension

Lieber zerstören als errichten! Die "beschwerdebesessene" Protagonistin dieses Kurzromans lebt von der Zerlegung jeglicher Personen, die ihre Welt betreten. Aufgewachsen in einer "Hausluft", die klebt wie "grauer Kleister, durch den jedes Wort schwer und ewig fällt", krankt die junge Heldin dieses metzelnden Textes an den "edelstahlverkleideten" Köpfen dieser Welt. Ihre Beziehungen sind entweder leblos oder ein "Missverständnis", der Körper randvoll vom Selbsthass, das Gebaren trotzig, die Seele teilnahmslos.

Dieser Debütroman ist die wortgewaltige Abrechnung einer hochintelligenten, zuweilen verrückten Ich-Erzählerin, die den Leser mit in ihren persönlichen Abgrund ziehen will. Metaphern, die bis in den letzten Winkel durchmessen werden, schaffen imaginäre Räume, die der Leser schwer verlassen kann. Fasziniert und abgestoßen zugleich folgt man den ins Mark gehenden Ausführungen der Frau, deren Wut diametral zu ihrem Handeln steht. Werden ihr Schmerzen zugefügt, hält sie still. Alles Erlebte erscheint wie die Reaktion auf das Mysterium, wie ihre (doch schuldigen!) Eltern unbeschwert ihr Leben leben, während sie daran beinahe zu zerbrechen droht.

(jw)

Kurzbeschreibung

Wie findet man im Labyrinth der Möglichkeiten den Weg ins eigene Leben? Antonia Baums junge Heldin erzählt in furiosem Stakkato von der Enge der Freiheit und der Bedrohlichkeit des Glücks. Eine junge Frau bricht auf, aus der Provinz in die Stadt, die Hoffnung auf Veränderung ist groß. Aber schnell stellt sie fest, dass sie nicht frei ist: nicht frei vom Unglück ihrer Eltern, nicht frei von der Angst, die sie in Ketten legt, nicht einmal frei in der Liebe, die sich als Farce entpuppt. Wer nur die Geborgenheit eines Gefängnisses kennt, dem erscheint jede Bewegung als Gefahr. Antonia Baums Heldin gibt jener Generation eine Stimme, die in den unendlichen Möglichkeiten des Glücks und der Selbstverwirklichung verloren ist. Ein erstaunliches Debüt, eine tragikomische Suada und ein ebenso emotionaler wie kühl sezierender Blick auf eine kaputte Gesellschaft.


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