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Masha Gessen

Die Zukunft ist Geschichte

SACHBÜCHER

Informationen: , 26 €

Verlag: Suhrkamp

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Redaktion

Leser

Rezension

Wie konnte Russland so bald in das Korsett autoritärer Herrschaftsform zurückfallen, nachdem das Land bereits auf dem besten Wege schien, sich davon zu befreien? Masha Gessen stellt vier Menschen ins Zentrum ihres Buches, die, zu Sowjetzeiten geboren, mit den heutigen politischen Verhältnissen hadern. In Langzeitinterviews hat sie persönliche Einschätzungen und Erinnerungen eingeholt und verarbeitet diese zu langen narrativen Passagen. Dazwischen setzt sie als Ergänzung und Kontrapunkt die Perspektive russischer SoziologInnen sowie die Geschichte eines einflussreichen Protagonisten der extremen russischen Rechten. Über lange Strecken liest sich Gessens Buch wie ein Roman. Es ist aber keiner, sondern bleibt insofern stets Reportage, als es sich hier eben nicht um Fiktion handelt, sondern um die narrative Verarbeitung von in langen Gesprächen und Lektüren gesammelten echten Fakten und Gefühlen. Mit politischer Analyse hat das eher wenig zu tun, sehr viel aber mit dem genauen Erkennen und Formulieren der psychologischen Verfasstheit der russischen Gesellschaft, für die der autoritär geprägte Charakter des "homo sovieticus" heute wieder zum vorherrschenden Typus geworden ist. Die Autorin selbst musste wegen der neuen homophoben Gesetzgebung in die USA auswandern.

(kgr)

Kurzbeschreibung

Russland, 1980er Jahre bis in die Gegenwart: Ein Land, das sich öffnete, hat sich wieder verschlossen. Eine Gesellschaft, die zu Emanzipation, Freiheit und Selbsterkenntnis aufgebrochen war, leidet heute unter Bevormundung und Repression. Wie konnte es dazu kommen? Die Frage hat die Bestsellerautorin Masha Gessen nicht losgelassen, und sie packt auch die Leser. Im Zentrum stehen vier Menschen der Generation 1984. Sie kamen in die Schule, als die Sowjetunion zerfiel, und wurden unter Präsident Putin erwachsen. Junge Leute aus unterschiedlichen sozialen und familiären Verhältnissen: zum Beispiel Zhanna, deren Vater Boris Nemzow, ein prominenter Reformer, mitten in Moskau erschossen wurde. Oder Ljoscha, der als schwuler Dozent seine Stelle an der Uni Perm verliert.


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