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Angelika Felenda

Der eiserne Sommer

THRILLER UND KRIMIS

Informationen: , 14.99 €

Verlag: Suhrkamp

Leser-Rezension1

Redaktion

Leser

Rezension

Die Szenerie erinnert an die Goldenen Zwanziger, doch der Erste Weltkrieg steht gerade erst bevor: Während in Sarajevo Thronfolger Franz Ferdinand dem folgenschweren Attentat zum Opfer fällt, verlustieren sich Teile des deutschen Heeres abseits der Öffentlichkeit in einem homosexuellen Zirkel Münchens. Bis die Spur einer männlichen Leiche aus der Isar zu deren Schlupflöchern führt. Kurz vor dem Krieg droht ein handfester Skandal, und Kommissar Reitmeyer soll den Fall möglichst schnell zu den Akten legen. Doch dann beweist der emsige Ermittler mithilfe der angehenden Rechtsmedizinerin Caroline, dass der Mann ermordet wurde. Angelika Felenda hat in ihrem Debüt, das der Auftakt einer Serie um Sebastian Reitmeyer sein soll, das München Anfang des 20. Jahrhunderts lebhaft ausstaffiert. Stachus, Brauhäuser, bayerische Sprache machen den Roman zur kulturellen Zeitreise. Durch eingeschobene Aufzeichnungen einiger Militärs hat der Leser gegenüber der Polizei einen Wissensvorsprung. Das mindert zwar die Spannung, für die Aufklärung der genauen Umstände lohnt sich das Lesen jedoch bis zur letzten Seite. Zumal es nicht bei einem Toten bleibt und auch der Krieg noch in den Fokus rückt.

(ole)

Kurzbeschreibung

Wer schwach ist, muss untergehen. Juni 1914: Zwei Schüsse fallen in Sarajewo, und die Welt rückt an den Abgrund. Franz Ferdinand, der Thronfolger Österreich-Ungarns, ist tot. Zur gleichen Zeit steht Kommissär Reitmeyer in München vor einer schwierigen Entscheidung. Er hat es satt, die Marionette des Polizeipräsidenten zu sein. Die Leiche eines jungen Mannes führt ihn von den Arbeitervierteln bis in die Villen der Großbürger. Und in das berüchtigte Café Neptun, Vergnügungsort der Offiziere. Der Polizeipräsident drängt ihn, nicht noch tiefer zu schürfen, und gegen das Militär darf er per Gesetz nicht ermitteln. Da macht Reitmeyer eine ungeheuerliche Entdeckung, die nicht nur ihn selbst zum Abschuss freigibt, sondern die das ganze Land in den Untergang stürzen könnte. Pressestimmen: »Die Zeit um 1914, der Beginn des Ersten Weltkriegs, das war für mich immer weit weg ... Der eiserne Sommer lässt diese Zeit in meinem Kopf lebendig werden. Schafft ein Gefühl für die Verklemmtheiten, das Obrigkeitsdenken und die geistigen Zwänge. Spannend und lehrreich!« Christian Beisenherz, WDR »Der eiserne Sommer ist ein rundum gelungener historischer Kriminalroman, bei dem alles stimmt: die Story, die historischen Fakten, die Milieuschilderungen. Also: Mehr davon.« P.P., Kölner Stadt-Anzeiger »Prima Urlaubskrimi aus der ›Vor-Kutscher‹-Zeit« Christian von Zittwitz, BuchMarkt Juli 2014 »Ihr gelingt ein großartiges Panoptikum der wilhelminischen Gesellschaft, in der Militärs den gesellschaftlichen Ton vorgeben und allerorten Obrigkeitsdenken das Handeln bestimmt. Felenda gibt uns Nachgeborenen einen Einblick in das Denken jener Menschen, die den kommenden ›großen Krieg‹ als Erlösung aus den verkrusteten Strukturen ihrer Zeit betrachteten.« Eßlinger Zeitung »Der gelungene Debütroman der studierten Übersetzerin ist ein gut recherchierter historischer Krimi, der die politisch aufgeladene Atmosphäre jener Wochen im Juli 1914 anschaulich einfängt. Als vielversprechender Auftakt zu einer geplanten Serie um Kommissär Reitmeyer wird der lesenswerte Band breit empfohlen.« Jürgen Seefeldt, ekz.bibliotheksservice »Angelika Felenda vermittelt sehr schön eine Ahnung von der Zeit, in der die Leute damals gelebt haben, ... indem sie einerseits haarscharf an den Morden entlangerzählt ... und andererseits den Ton des Militärs einarbeitet.« Birgit Spielmann, hr2-kultur »Die perfekte Kombi aus Zeitgeschichte und Spannung.« Susanne Walsleben, Für Sie 19/2014


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Hörerrezensionen (1)

3

Re: Der eiserne Sommer

von Herbstrose am 11.12.2014

Sommer 1914, zwei Ereignisse prägen das Weltgeschehen: Ende Juni das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin in Sarajewo und im August als Folge davon der Ausbruch des Ersten Weltkrieges. In dieser Zeitspanne ist der Roman „Der eiserne Sommer“ angesiedelt.
In München wird am Ufer der Isar die Leiche eines Mannes aufgefunden. Sebastian Reitmeyer, Kommissär bei der Münchner Kripo, wird mit der Leitung der Ermittlungen beauftragt. Bald geschehen weitere Morde. Die Spuren führen zum Leibregiment des Königs und ins Homosexuellenmilieu, einer Konstellation, die eigentlich undenkbar ist. Das Militär ist unantastbar, so dass der Polizei bald von höchster Stelle nahegelegt wird, die Ermittlungen einzustellen. Doch Reitmeyer hält sich nicht an die Order …
Der Autorin Angelika Felenda ist es sehr gut gelungen, den geschichtlichen Hintergrund darzustellen und den Zeitgeist vor einhundert Jahren einzufangen. Gute Recherchen lassen die Mordmotive glaubhaft erscheinen, nichts ist überkonstruiert. Das Land steht vor dem Abgrund des 1. Weltkrieges, die Macht liegt beim Militär, es herrscht Standesdünkel und Obrigkeitsdenken, die Bevölkerung leidet unter Armut, die Polizei fährt mit dem Fahrrad zum Tatort und die Kriminaltechnik steckt noch in den Kinderschuhen.
Der Schreibstil ist klar, flüssig und gut verständlich der damaligen Zeit angepasst. Regelmäßig eingefügte Tagebucheinträge, Zeitungsnotizen und Mitteilungen lockern die Handlung auf und bieten dem Leser eine zusätzliche Sichtweise. Die Protagonisten sollten, im Hinblick auf eine Fortsetzung, noch besser ausgearbeitet werden. Reitmeyer ist seltsam langweilig, blass und ohne Struktur, seine Empfindungen kann man nicht fühlen und nachvollziehen. Auch die anderen Charaktere wirken auf mich nur oberflächlich, verschwommen und nicht greifbar. Einzig der Polizeischüler Korbinian Rattler ist sehr vielschichtig, zeigt Konturen und hat Ecken und Kanten.
Fazit: Eine durchaus interessante Mischung aus Zeitgeschichte und Kriminalfall, logisch und gut konstruiert, die beim Lesen jedoch ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit fordert. Leider lassen sich die Hintergründe der Morde schon sehr früh erahnen, so dass ein Knalleffekt ausbleibt.

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