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Eine Vorhaut klagt an

Shalom Auslander

Eine Vorhaut klagt an

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Gelesen von Alexis Krüger

Informationen: ungekürzte Lesung, 464 Minuten, 6 CDs, 24.9 €

Verlag: Buchfunk

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Rezension

Nur der Anblick eines hüpfenden Flummis könnte munterer wirken als Alexis Krügers Lesung von Auslanders autobiografischem Roman. Der Autor beschreibt seine Sozialisation in der jüdisch-orthodoxen Welt der USA – vor allem ihre  Nebenwirkungen. Bis in die kleinste Alltagshandlung drängen sich die Diktate religiöser Vorschriften und steigern – bei aller Gewissensnot – nur umso mehr das Bedürfnis, sie zu unterwandern. Allen voran die herrschende Unterdrückung der Sexualität provoziert erwartungsgemäß die absurdesten Kompensationen.

Eine Text-Kürzung hätte der Lesung gut getan, denn mit der Zeit wiederholen sich die Motive. Den Gefahren vorzeitiger Ermüdung trotzt aber Krüger mit sprecherischen Fähigkeiten, Kniffen und Tricks. So sitzt er nicht in statischem Abstand vor dem Mikrofon, sondern agiert mal näher und mal ferner, um den Abstand der Figuren zueinander im jeweiligen Handlungsraum plastisch zu machen.

Allerdings pflegt Krüger vorwiegend den ironischen Ton dieses Romans, nicht den sarkastischen. Unterschwellig ist das Werk ja auch eine voller Bitterkeit steckende Abrechnung über ein Milieu, in dem Gottes-Furcht sich zu einer Gottes-Angst auswächst, die jede freie geistige und körperliche Entwicklung knebelt. Diese innere Bedrängnis wird bei Krügers ein wenig zu gut gestimmter Lesung nicht ganz deutlich.

(mms)

Kurzbeschreibung

Shalom Auslanders Jugend ist geprägt von einem schrecklichen Respekt vor Gott. Aufgewachsen "wie ein Kalb" in einem jüdisch-orthodoxen Umfeld in New York, hatte er sich den göttlichen Gesetzen und Traditionen seines Vaters und der Rabbis unterzuordnen. Über allem thronte dieser Gott, der ihn nicht verstand und der sein Leben zur Hölle auf Erden machte. Auslander erinnert sich, wie er jeden Tag dagegen ankämpfen musste, sich vor Gott zu rechtfertigen, und warum er bis heute Gottes Zorn fürchtet wie den Tod: In der Schule wurde ihm aufoktroyiert, was er essen durfte und was nicht und in welcher Kombination. Später wurde er beim Klauen von Jeans erwischt und dafür ins Exil nach Israel geschickt, wo er durch intensives Studieren der Tora und des Talmud richtiges Benehmen erlernen sollte. Zurück im Sündenpfuhl Manhattan, kämpfte Shalom weiter mit Gott, brach immer wieder alle Regeln und geißelte sich selbst. Einmal legte er mit seiner Frau Orli über zwanzig Kilometer zu Fuß zurück, um die New York Rangers im Madison Square Garden spielen zu sehen, es war Schabbat und daher den beiden nicht gestattet, ein Taxi oder einen Bus zu besteigen. Die Rangers verloren. Um Gott zu bestrafen, aßen beide nach dem Spiel zwei fette Hot Dogs, mit viel Senf und extra unkoscher...
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