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Kokain

Walter Rheiner

Kokain

GEDICHTE UND BALLADEN

Gelesen von Marc Bator, Helmut Krauss, Isabella Lewandowski, Ulrich Tukur

Informationen: Lesung, 127 Minuten, 2 CDs, 17.99 €

Verlag: Edition Apollon

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Rezension

"Ach, es ist nichts … Ein schwankender Hauch nur, der an der Stirn verströmt." Trostlos und ohne Hoffnung beginnt die erste von zwei CDs, die Leben und Werk des expressionistischen Dichters Walter Rheiner erzählen. Zurückhaltend rezitiert Helmut Krauss Rheiners Verse und betont dezent die Verlorenheit dieser Zeilen, die so typisch für dessen Lyrik war. Eindringlich erzählt Marc Bator aus dem Leben des Dichters: Von seiner Zeit in Lüttich und seinen exzessiven Jahren in Berlin. Mit einer gekonnten Mischung aus Biografie, Lyrik und Briefwechseln mit seiner Frau Fo - gelesen von Bator, Krauss, Tukur und Lewandowski - gelingt es diesem Werk, an einen fast vergessenen Dichter zu erinnern, der 1925 verarmt und einsam an einer Überdosis Morphium gestorben ist.

Der Vorahnung dieses Todes widmet sich schließlich die Erzählung "Kokain", die die letzte Nacht des drogensüchtigen Tobias erzählt, in der man Rheiner wiedererkennt. Immer wieder von verstörenden und düsteren (aber nicht immer gelungenen) Musikeinspielungen Ingo Itos begleitet, führt Krauss den Hörer gekonnt durch das Elend einer Rauschgiftsucht im Moloch Berlin, die im Suizid endet. Trotz aller Tragik bietet dieses Hörbuch spannende Einblicke in das Leben Rheiners und macht Lust auf mehr vom "düsteren Dichter".

(pk)

Kurzbeschreibung

Das expressionistische Jahrzehnt zwischen 1910 und 1920 traf die deutsche Kunst und Dichtung wie ein Kometenhagel in dunkler Nacht. Walter Rheiner war einer der besonders glühenden Splitter jener Zeit. Sein ebenso intensives wie kurzes Leben steht exemplarisch für eine Künstler-Generation, die auf Messers Schneide jonglierend, dem Abgrund immer näher war als dem strahlenden Olymp. Einige wenige Namen von Lyrikern dieser Zeit, wie Else Lasker-Schüler oder Gottfried Benn, sind noch heute ein Begriff. Walter Rheiner indes zählt nicht dazu. Armut, Lebensangst und Drogensucht zer- fraßen Walter Rheiners Leben wie Säure und doch gelang es ihm in kürzester Zeit ein Werk zu schaffen, das durch seine Intensität ein bis heute seltenes Beispiel gibt für Kunst als Lebensnotwendigkeit. Ebenso einfühlsam wie erschreckend auto- biografisch beschreibt Walter Rheiner in der 1918 erschienenen Novelle „Kokain“ das Elend eines in seiner Kokainpsychose versinkenden Süchtigen, dessen Leben vom immer stärker werdenden Drang nach der Droge und der Angst vor „Enttarnung“ geprägt ist, bis die empfun- dene Ausweglosigkeit im Suizid mündet…. Walter Rheiners tragisches Schicksal macht auch exemplarisch deutlich, dass die vielfach als „Goldenen Zwanziger“ verklärten Jahre des letzten Jahrhunderts für die nicht privilegierte, breite Masse der Menschen vor allem Not und Elend bedeuteten.
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