Glatt aber wirkungslos - Buch übers Texten mit KI
Man sieht es überall. Sätze wie frisch gebügelt. Keine Falte, kein Staub. Sie klingen klug. Sie klingen richtig. Und sie lassen einen kalt. Daniel Caroppo beschreibt in „Perfekt, glatt, wirkungslos“ genau dieses neue Sprachgefühl. KI macht Texte schneller, sauberer, gefälliger. Sie liefert Varianten, Tonlagen, ganze Absätze. Am Ende steht oft ein Text, der niemandem weh tut. Und darum auch niemanden erreicht.
KI liebt Formeln. „Wir nehmen das ernst.“ „Wir stehen für Transparenz.“ „Wir arbeiten an Lösungen.“ Solche Sätze passen immer. Und genau das ist das Problem. Sie sind wie Tapete: ordentlich, aber ohne Leben. Caroppo zeigt, wie diese Glätte sich ausbreitet – in Unternehmen, Medien, Politik, Pressestellen. Überall dort, wo Kommunikation sicher sein soll. Überall dort, wo man sich nicht angreifbar machen will. Doch Sprache, die nichts riskiert, hat keine Kraft.
Was wieder wirkt
Kommunikation ist mehr als Technik, sagt Caroppo. Sie braucht Verantwortung und Haltung, manchmal auch Reibung. Ein ehrlicher Satz darf kurz stören, er darf eine Kante haben. „Wir wissen es noch nicht.“ „Wir haben uns geirrt.“ „Das wird schwer.“ Solche Sätze sind nicht perfekt. Aber sie sind gemeint und man spürt das. Caroppo arbeitet mit Beispielen aus Praxis und Forschung, mit klaren Modellen und scharfen Analysen. Er zeigt Chancen und Risiken: KI kann entlasten, helfen, Ordnung schaffen. Aber sie kann auch alles gleich klingen lassen – wie aus einer Musterstadt der Meinungen, in der jeder Ton stimmt, nur keiner mehr nach einem Menschen klingt.
Daniel Caroppo ist Pressesprecher bei DRK Gesundheit. Er schreibt aus einer Welt, in der Worte nicht nur informieren sollen, sondern tragen müssen. Gerade wenn es ernst wird. Am Ende bleibt der einfache Gedanke: Gute Sprache ist nicht glatt. Gute Sprache ist wahr. Und Wahrheit hat Gewicht.
Mehr Infos: Perfekt. Glatt. Wirkungslos. | Haufe Shop




