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Haruki Murakami

Die unheimliche Bibliothek

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Informationen: , 14.99 €

Verlag: Dumont

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Redaktion

Leser

Rezension

Eigentlich möchte er nur ein Buch zurückgeben. Und vielleicht etwas über die Eintreibung der Steuern im Osmanischen Reich erfahren. Zu Hause wartet die Mutter mit dem Essen auf ihn. Doch die Dame am Empfang der Stadtbibliothek schickt ihn in den Keller und der Alte, der ihm dort begegnet, sperrt ihn in ein Verlies. Dort soll der Junge sein Gehirn mit Wissen mästen, damit es später besser schmeckt. Denn der Alte wird ihm den Kopf absägen und es ihm aussaugen. Alle Bibliotheken machten das, erklärt der Schafsmann, der den Jungen verpflegt und bewacht. "Sie müssen das Wissen, das sie verleihen, wieder ergänzen." In diesem kleinen Buch finden sich die typischen Murakami-Elemente: ein vieltüriges Labyrinth, ein Protagonist, der alles mit sich geschehen lässt und stets die Ruhe bewahrt, ein eigenartiges Mädchen, das zu den seltsamsten Zeiten unangekündigt auftaucht und die vollkommene Selbstverständlichkeit des Surrealen. Nur ist alles einfacher. Ein Murakami wie für Kinder geschrieben. Die luxuriös gestalteten Illustrationen von Kat Menschik, die unter Lampenlicht eine zusätzliche Dimension entwickeln und auch den Fingerspitzen etwas zu sagen haben, machen es zu einem guten Geschenkbuch für erwachsene Murakami-Fans und Kinder, die Grausamkeit nicht schreckt.

(ed)

Kurzbeschreibung

Murakamis unheimliche Bibliothek: ein Ort zwischen den Orten - Erstmals auf Deutsch! Eigentlich will der Junge nur zwei Bücher zurückgeben und noch ein wenig stöbern. Aber statt in den Lesesaal führt ihn der merkwürdig cholerische alte Bibliothekar in ein Labyrinth unter der Bücherei, wo er ihn einkerkert. Statt Wasser und Brot gibt es in diesem Verlies Tee und köstliche Donuts, serviert von einem mysteriösen Schafsmann und einem stummen Mädchen, das sprechen kann und wunderschön ist. Doch das ändert nichts daran, dass der Junge als Gefangener der Bibliothek um sein Leben fürchten muss, während die Grenzen zwischen Dingen, Menschen und Orten immer weiter verschwimmen. ›Die unheimliche Bibliothek‹ ist ein kafkaesker Alptraum und zugleich eine einfühlsame Geschichte von Verlust und Einsamkeit. Murakami schachtelt die Ebenen dieser kunstvollen Erzählung ineinander wie die Welten, die sich in der Bibliothek zu berühren scheinen, und Kat Menschiks schwindelerregend schöne Illustrationen ergänzen sie um weitere Abgründe. Ein Juwel.


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