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Rachel Cusk

Kudos

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Informationen: , 20 €

Verlag: Suhrkamp

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Redaktion

Leser

Rezension

Die Schriftstellerin Faye, bekannt aus Rachel Cusks vorherigen Romanen, ist unterwegs in Europa. Auf Literaturfestivals führt sie Gespräche, in denen sie mit Fragen nach Gerechtigkeit und den Aufgaben einer Mutter konfrontiert wird und eindeutig männlich konnotierten Wertvorstellungen im Literaturbetrieb sowie absurd ritualisierten Abläufen begegnet. Diese Gespräche machen den Roman aus. Faye ist eine sehr unauffällige Erzählerin, eher ein Echoraum, in dem diese Gespräche widerhallen. Immer wieder wird verhandelt, wie sich Identität bildet, welche Rolle die Eltern, das Geschlecht, die Sozialisation spielen. Faye ist eine Schriftstellerin mittleren Alters, geschieden, Mutter zweier Kinder, nun wieder verheiratet und wird immer als Autofiktion von Cusk gesehen, die in geschliffener, pointierter Prosa innovative Wege findet, diese Fragen abzuhandeln. Dazu gehört auch das zweite große Thema dieses Romans: das Scheitern, verbunden mit dem Gefühl, dass etwas passiert ist, was nicht wieder gutzumachen ist. Eine Scheidung, das Verlassen eines Kindes, das Überordnen des eigenen Wunsches über die Bedürfnisse anderer, die öffentliche Demütigung nach dem Veröffentlichen eines Buchs. Wie Cusk sind alle Figuren durch Krisen gegangen und suchen nun nach einem Weg weiterzumachen.

(sh)

Kurzbeschreibung

Faye ist Schriftstellerin und unterwegs, ihren neuen Roman vorzustellen. Für sie scheint diese Reise lebensentscheidend. Nicht nur hofft sie, endlich die ihr gebührende öffentliche Anerkennung zu finden, sie sucht vor allem Abstand zu einer privaten Katastrophe. Sie begegnet Kollegen, die sich um Kopf und Kragen reden, sie bestreitet Bühnengespräche, in denen man ihr nicht zuhört und sie gibt Interviews, ohne wirklich selbst zu Wort zu kommen. Doch je mehr sie sich auf die anderen einlässt, umso deutlicher wird Faye, was jenseits all der Geschichten und Fiktionen liegt, mit denen die Menschen sich fast obsessiv wappnen. Die Konsequenz, die Faye für sich daraus zieht, ist einleuchtend – führt sie aber geradewegs zurück in die Bodenlosigkeit ihrer persönlichen Situation.


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