Jump to Navigation
Das System

Karl Olsberg

Das System

THRILLER UND KRIMIS

Gelesen von Hans-Werner Meyer

Informationen: Lesung, 400 Minuten, 5 CDs, 19.99 €

Verlag: DAV

Hörer-Rezension1

Redaktion

Leser

Rezension

Mark Helius ist der Inhaber einer Hamburger Software-Firma. Als die Präsentation einer sprachgesteuerten Kommunikations-Software zum Desaster wird, springen die Investoren ab und Helius steht vor einem Scherbenhaufen. Dann wird der Chefentwickler, den Helius für den Fehler verantwortlich macht, tot aufgefunden und der Firmenchef zum Verdächtigen. Helius flüchtet, um gemeinsam mit der Hackerin Lisa den Mörder zu finden. Dann drehen weltweit Computer am Rad, in Tokio klingeln zeitgleich alle Handys, Ampeln fallen aus und Kampfmaschinen verselbstständigen sich. Es scheint, als habe sich die neue Software in einen denkenden, den Menschen überlegenen Virus verwandelt, der über Leichen geht. 
Der Autor Karl Olsberg hat über das Thema "Künstliche Intelligenz" promoviert. Er weiß also, wovon er schreibt. Die Geschichte ist schlüssig, spannend, temporeich und im Internetzeitalter hochaktuell. Leider so geradlinig verfasst, dass angesichts einiger stereotypen Figuren sowie der blutarmen Liebesgeschichte die Überraschungen ausbleiben.
Das Beste an diesem Hörbuch ist Sprecher Hans-Werner Meyer. Seine angenehme Stimme sowie die gekonnte, aber nie übertrieben vielstimmige Lesung (besonders gelungen: die sanfte Computerstimme) sorgen dafür, dass man den Thriller am liebsten in einem Rutsch durchhören möchte. 

(bär)

Hörerrezensionen (1)

5

Re: Das System

von hergehoert.de am 30.10.2010

Er studierte Betriebswirtschaft, promovierte über die KI, Künstliche Intelligenz und ist hauptberuflich Unternehmensberater: Karl Olsberg. Daß sich hinter diesem Namen das brilliante Gehirn steckt, welches einen der fesselndsten und ja, auch angsteinflößendsten Thriller der letzten Jahre ersann, mag man bei diesem Werdegang kaum vermuten. Doch Olsberg gelang es, den Begriff „Thriller“ nach all den Schlitzern, Maskenmördern und sonstigen Psychopathen aus Fleisch und Blut der letzten Jahre, in eine Richtung zu lenken, dem sich bislang eher Autoren und Regisseure wie Stanislaw Lem, James Cameron, den Wachowski Brüdern, William Gibson oder Philip Kerr verschrieben haben. Und diese Richtung ist für viele gewiss beängstigender als der in seiner Jugend misshandelte Psychopath mit dem Messer, der wahllos Schlachtvieh serviert…

„Das System“ konfrontiert -mit Fokus auf Hamburg-, die Menschheit mit einer ihr überlegenen Intelligenz. Pandora heißt das global vernetzte Programm, welches sich seiner selbst bewußt wird. Ohne zuviel zu spoilern: Es entbrennt ein bis zur allerletzten Minute packender Kampf ums Überleben zweier Spezies, wobei der Überlebenstrieb der künstlichen Intelligenz in seiner rein logischen Konsequenz und daraus resultierenden Gefühlskälte, dem Hörer in einem zwar fiktiven, indes nicht unrealistisch geschilderten Umfeld regelrechte Gänsehautattacken den Rücken hochjagt. Unerbittlich deckt Olsberg die Abhängigkeit der Menschen von Maschinen auf und nutzt diese für ein albtraumhaftes Szenario, das hier und heute stattfinden könnte.Zu Beginn erwähnte ich „mit Fokus auf Hamburg“. Die Haupthandlung spielt sich in der Tat in der Hansestadt ab, die Auswirkungen jedoch sind globaler Natur und eben dies wird immer wieder eingebunden und belegen die Übermacht der KI und die Ohnmacht der Menschen gegenüber selbiger.

Fast könnte man meinen, Olsberg habe eine hochaktuelle Version von Mary Shellys „Frankenstein“ geschaffen: Die Kreatur, die sich gegen ihren Schöpfer wendet, ihn als Gefahr ansieht, die beseitigt werden muss. Nur, daß der Schöpfer hier keinem Wesen aus Fleisch und Blut gegenüber treten muss, sondern es mit einer dezentralen, global agierenden Gefahr zu tun hat, die man nicht „mal eben ausknippst“. Das Finale entlässt den Hörer dann auch nicht mit der „Heile-Welt-Lüge“, sondern hinterlässt ein böses Gefühl - durchaus dazu angetan, über das Thema KI kritisch nachzudenken. Nicht jede Entwicklung ist ein Segen und man sollte sich zweimal überlegen, ob mensch in seiner Überheblichkeit tatsächlich Schöpfer spielen möchte.

Die Lesung wird von Hans-Werner Meyer vorgetragen (u.a. auch ausgezeichnet mit dem Bayerischen Fernsehpreis für seine Hauptrolle in „Die Cleveren“, sowie zweimalige Nominierung zum Deutschen Fernsehpreis und ausgezeichnet mit dem Ohrkanus 2007 in der Kategorie "Bester Sprecher in einer Lesung" für "Spider"). Wobei „vorgetragen“ der Leistung nicht ganz gerecht wird: Meyer ist ausgebildeter Schauspieler mit langjähriger Bühnen-, TV- und Filmerfahrung und genau das lebt er hier aus. Er macht aus der Lesung einen schlichtweg packenden High-Tech Thriller mit den unterschiedlichsten Charakteren, gibt ihnen Einzigartigkeit ohne ins Overacting abzudriften. Meyers Leistung ist beachtlich und präzise wie ein Uhrwerk. Auf den Punkt genau springt er zwischen den einzelnen Stimmungen, Figuren, Situationen hin und her und fackelt hier ein regelrechtes Feuerwerk an Lesekunst ab.

„Das System“ bringt somit zwei Komponenten zusammen, die diese Lesung zu einem Erlebnis werden lassen: Zum einen die brilliante und erschreckend „unfiktive“ Fiktion von Karl Olsberg, zum anderen das unglaublich intensive Spiel eines Hans-Werner Meyers, der diese Lesung schlicht und einfach zu einem „Earvent-Movie“ macht. Selten habe ich eine derart packende Produktion erlebt.
(rd)

Eine eigene Rezension hinzufügen

 
Connect
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen. Als angemeldeter Benutzer ist dies nicht nötig.

Themenwelten

Senioren, Greise, Silver Surfer

Senioren, Greise, Silver Surfer

Alte Menschen in der Literatur

Vom Eise befreit

Vom Eise befreit

Frühlingsliteratur

Über das Denken

Philosophie für Kinder

Von Geburt an Philosophen

Wer sind die anderen?

Afrika

Der so genannte dunkle Kontinent

Familiengeschichten

Vater, Mutter, Kind, Krieg

Familiengeschichten

Wirtschaftskrisenwerke

Wirtschaftskrisenwerke

Über Gier und Risiko