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Khalil und Amir

Amir und Khalil gibt es wirklich. Aber ihr Aus­sehen und ihre wahren Namen müssen sie geheim halten. Weil sie, seit sie einen Webcomic über die Grüne Revolution machen, Drohbriefe bekommen. BÜCHER fragte sie nach den wichtigsten Büchern ihres Lebens.

Khalil antwortete:

1. Amin Maalouf: Leo Africanus
Ein Gegengift zu Samuel Huntingtons clash of civilisations. Aus der Perspektive eines Arabers, der von Papst Leo X im Jahr 1520 auf den Namen Leo Africanus getauft wurde, entdecken die Leser den richtungsweisenden Einfluss der islamischen Zivilisation auf den Westen während seiner acht Jahrhunderte andauernden Präsenz in Spanien und Südeuropa.
Suhrkamp, 480 Seiten, 12,50 Euro

2. Victor Hugo: Les Misérables
Während der Arbeit an Zahra‘s Paradise spürte ich immer wieder den Nachhall von  Hugos Meisterwerk über den Studentenaufstand im Juni 1832 in Paris. Einige der ergreifenden Szenen aus Les Misérables gleichen den Szenen auf den Straßen Teherans. Als gesellschaftskritische Autoren fühlen Amir und ich uns Herrn Hugo sehr verbunden.
Aufbau Taschenbuch, 608 Seiten, 10 Euro

3. Sigmund Freud: Die Traumdeutung
Mit 15 entdeckte ich Morpheus‘ Welt in der Interpretation dieses brillanten Geistes. Träume beweisen, dass jeder Mensch ein geborener Erzähler ist, ein potenzieller Victor Hugo oder Günter Grass: Jede Nacht webt jeder von uns Geschichten voller Spannung und Verlangen. Auf den Spuren Freuds und Kafkas haben Amir und ich Träume und Albträume in unserer Erzählung verwendet.
Nikol, 656 Seiten, 6,95 Euro

Und Amir sagte:

4. Leo Lionni: Frederick
Mein ewiges Lieblingsbuch und eine großartige Meditation über die Kraft der Worte. Frederick ist ein Dichter, die nutzloseste aller Mäuse. Aber als im Winter die Vorräte zur Neige gehen und die Welt wüst und leer scheint, schimmern seine Worte an der Wand der Höhle.
Beltz, 32 Seiten, 10 Euro

5. Aristoteles: Politik
Eines der tödlichsten Bücher aller Zeiten. Vieles von dem, was die Welt entzweit und zerstört, wurzelt in Aristoteles‘ Denkweise. Er postuliert, dass der Intellekt den Leidenschaften übergeordnet sei. Für ihn ist Vernunft eine Eigenschaft der Bürger der polis, während er die Leidenschaften den vermeintlich minderwertigen und wilden Wesen zuschreibt: Frauen, Kindern, Sklaven und Tieren. Dieser Dualismus ist eine Katastrophe. Genau wie die polis selbst: ein Leichenschauhaus der Vernunft.
Reclam, 613 Seiten, 12 Euro

6. Farid al-Din Attar: The Conference of the Birds
Attars Mystizismus ist Teil einer intellektuellen Tradition, die den aristotelischen Vorstellungen entgegensteht. Eine Versammlung von Vögeln macht sich auf die Suche nach einem göttlichen König. Das Gedicht ist voller Szenen, die Scheinheiligkeit entlarven. Erst durch ihren Fall gewinnen die Mächtigen ihren Glauben wieder. Ein Juwel der persischen Literatur.
Penguin Classics, 304 Seiten, 13,99 Euro

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