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Das Alphabethaus

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Informationen: , 15.9 €

Verlag: dtv - Deutscher Taschenbuch Verlag

Leser-Rezension3

Redaktion

Leser

Rezension

„Das Alphabethaus“ ist Jussi Adler-Olsens erster Roman, im Original bereits 1997 erschienen. Dass es ihn bisher nicht auf Deutsch gab, hat gute Gründe und verweist auf die hohen Qualitätsansprüche deutschsprachiger Verlage. Wenn dtv ihn jetzt doch noch herausbringt, so riecht das nach reichlich ökonomischem Kalkül. Adler-Olsens Name ist so gut eingeführt, dass die Leute unbesehen auch dieses krude Opus kaufen werden. Schade um das schöne Geld.

Dass Adler-Olsen nicht wirklich schreiben kann, hat bei seinen Carl-Mørck-Romanen bisher nicht sehr gestört, da der Autor dafür sein ganz eigenes, wirksames Rezept gefunden hat, Spannung, Action und Typenkomödie wertschöpfend miteinander zu verbinden. So entsteht nicht unbedingt Literatur, aber durchaus gute Unterhaltung. Leider lässt sich das vom „Alphabethaus“ beim besten Willen nicht sagen. Die abenteuerliche Grundidee von den zwei britischen Piloten, die, über Nazideutschland abgeschossen, sich als psychisch kranke SS-Angehörige tarnen, ist zwar recht originell. Doch entwickelt sich daraus nur ein tumbes Actiongehampel mit der psychologischen Tiefenschärfe eines Kasperletheaters.

(kgr)

Kurzbeschreibung

Der Absturz zweier britischer Piloten hinter den feindlichen Linien … Ein Krankenhaus im Breisgau, in dem psychisch Kranke als Versuchskaninchen für Psychopharmaka dienen … Die dramatische Suche eines Mannes nach seinem Freund, den er dreißig Jahre zuvor im Stich gelassen hat … »Eine unfassbare Geschichte: die Schrecken des Krieges und das Schicksal psychisch zutiefst beschädigter Patienten einer Nervenheilanstalt auf der einen Seite, die Freundschaft zweier englischer Piloten und die Suche nach einem Verschwundenen auf der anderen, gehört zum Besten, was Jussi Adler-Olsen je geschrieben hat. Wie er das groteske Elend der Patienten einer Nervenklinik als Folge des Krieges schildert, ist anrührend und beklemmend zugleich. Man liest das Buch mit allen Sinnen.« Ingrid Brekke in 'Aftenposten'


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Hörerrezensionen (3)

2.5

Das Alphabethaus

von yexxo am 20.04.2013

Dass Adler-Olsen gute Thriller schreibt, ist hinlänglich bekannt. So wurde auch sein Erstlingswerk, das bereits vor 25 Jahren erschien, mit entsprechenden Vorschusslorbeeren bedacht (offenbar ohne dass es von den entsprechenden Leuten vorher gelesen wurde).
Der Beginn ist vielversprechend: Zwei britische Soldaten stürzen im II. Weltkrieg über Nazideutschland ab und retten sich, getarnt als psychisch kranke Nazigrößen, in einem entsprechenden Militärkrankenhaus. Schweigend entgehen sie ihrer Enttarnung, doch ihr Aufenthalt dort wird zu einem Martyrium... Dreissig Jahre später finden diese entsetzlichen Erlebnisse unweit des ehemaligen Lazaretts ihre Fortsetzung.
Der erste Teil, der die Zeit der Freunde in dem deutschen Militärkrankenhaus beschreibt, lässt bereits erahnen, dass von diesem Autor noch einiges zu erwarten ist. Zwar ist die Sprache noch nicht ganz so flüssig wie in seinen Folgebüchern Erbarmen oder Schändung, doch die Spannung, die aus der jederzeit möglichen Enttarnung resultiert, lässt einen weiter und weiter lesen. Doch dann kommt Gewalt ins Spiel und damit wird manches unplausibel und einfach unlogisch, insobesondere das Ende des 1. Teils (Wie kann ein lange Bettlägriger Kämpfe auf Leben und Tod und andere körperliche Strapazen ohne weiteres bewältigen?).
Der 2. Teil, der rund 30 Jahre später einsetzt, nimmt an Unlogiken zu und ist immer weniger glaubhaft, worunter natürlich die Spannung leidet. Die Zufälle nehmen überhand und Normalbürger werden zu Kampfmaschinen bzw. es hagelt Spontanheilungen.
Drei Sterne gibt es für den guten Auftakt (wenn auch verbesserungswürdig) und für die an sich gute Idee. Als Erstlingswerk ist es verzeihbar und Jussi Adler-Olsen hat sich ja gut weiterentwickelt ;-)

3.35

Re: Das Alphabethaus

von anushka am 07.08.2012

Spannendes Debüt - Aber Geschmackssache

Bei einem Aufklärungsflug stürzen die beiden Engländer Bryan und James im Jahr 1944 über Deutschland ab. Verfolgt von deutschen Soldaten ist ihre einzige Rettung die Entscheidung für einen von zwei vorbeifahrenden Zügen. Der eine fährt nach Westen, der andere nach Osten. Sie entscheiden sich für den nach Westen. Wie anders hätte ihr Leben vielleicht ausgesehen, hätten sie sich anders entschieden? So landen sie in einem Sanitätszug, in dem sie die Identitäten von zwei Deutschen annehmen. Der wahre Schrecken steht ihnen jedoch noch bevor, denn sie werden in eine "Irrenanstalt" mitten in Deutschland transportiert. Dort erfahren sie, wie mit Simulanten verfahren wird. Ein riskantes Versteckspiel beginnt. Doch sind Bryan und James die einzigen Simulanten? Und gelingt ihnen die Flucht rechtzeitig?

Dieses Buch besteht aus zwei Teilen. Die erste Hälfte der Handlung spielt im sogenannten Alphabethaus (da die Diagnosen aus Buchstabenkombinationen bestehen) im Jahr 1944. Geschildert wird der Alltag in der Abteilung für geistig Kranke und Stück für Stück wird enthüllt, wessen Identität die beiden Piloten übernommen haben. Zudem werden auch die Geheimnisse der Mitpatienten aufgedeckt. Bryan fühlt sich sehr einsam, denn er versteht kein Deutsch. James bricht jeden Kontakt zu ihm ab, um eine Enttarnung der beiden zu verhindern. Die meiste Spannung kommt zu Beginn auf, doch auch im Alphabethaus können James und Bryan nicht durchatmen. Die Geschichte wird abwechselnd aus Bryans und James' Sicht erzählt und dem Leser werden die Hintergründe klar. Beide kämpfen einsam darum, ihren Verstand nicht letztlich doch noch zu verlieren.
Die zweite Hälfte des Buches spielt rund 30 Jahre später im Jahr 1972. Bryan macht sich endlich auf den Weg nach Deutschland, denn etwas hat ihn diese ganzen 30 Jahre nicht losgelassen und er möchte endlich Gewissheit haben. Dabei begegnet er alten Bekannten und es beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod und am Ende wartet eine eher überraschende Wendung.

Wie viele andere habe auch ich Adler-Olsens Bücher um das Sonderdezernat Q gelesen. Gleich vorab: die Bücher sind nicht miteinander vergleichbar. Zum einen handelt es sich hier um das Debüt des Autors und zum anderen um einen Roman und keinen Krimi. Allerdings driftet "Das Alphabethaus" zum Ende hin sehr in die Psychothriller-Schiene ab, inklusive unglaubwürdigem Showdown. Der Autor beschreibt im Nachwort selbst, dass er als Kind eines Psychiaters aufwuchs und selbst Fälle mitbekommen hat, bei denen er sich nicht sicher war, ob der Patient simulierte. Ihn beschäftigt in diesem Roman die Frage, ob ein Simulant in der Psychiatrie überstehen kann ohne langfristig Schaden zu nehmen. Zudem geht es um Freundschaft, Verantwortung und Schuld. Diese Themen kann man als Leser mehr oder weniger wiederfinden, wenn sie auch manchmal nicht so eindeutig herausgearbeitet sind.
Insgesamt fand ich dieses Buch gut, denn es hat mich streckenweise sehr gefesselt. Ich fand den ersten Teil jedoch eindeutig besser und interessanter, da hier etwas aufgegriffen wurde, das selten Gegenstand von Romanen über diese historische Epoche ist, der Umgang mit geistig Kranken. Besonders schockiert hat mich die Kaltblütigkeit dieser Ideologie; wie schnell Mitglieder des Systems zu "Außenseitern" wurden, wenn der Verdacht auf geistige Schäden bestand. Die Thematik des zweiten Teils hat mich jedoch ebenfalls fesseln können und ich kann mir vorstellen, dass es damals vielen so ging, die sich nach dem zweiten Weltkrieg eine neue Existenz aufgebaut hatten und nicht als Nazi-Größen geoutet werden wollten. Daher fand ich es schon halbwegs realistisch, dass Leute, die während des Krieges ohne mit der Wimper zu zucken Leute getötet haben, dies auch zur Lösung eines aktuellen Problems wählen könnten.

1.7

Re: Das Alphabethaus

von Yvonne D. am 04.04.2012

Ich gehe mit kgr einig. Ich habe dieses Buch gekauft, weil es von den Medien hochgejubelt wurde. Weil ich die Morck-Romane ganz originell fand, wenn auch nicht unbedingt packend geschrieben. Aber Das Alphabethaus ist eine Zumutung und erinnert an schlecht geschriebene Schulaufsätze. Gehört zu den Büchern die man aus lauter Verzweiflung zu Ende liest in der Hoffnung, dass es doch noch besser wird. Leider ist das Gegenteil der Fall, die ganze Geschichte wird immer verworrener und unwahrscheinlicher ..

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