Christiane F., Horst Rieck, Kai Hermann
Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
ERZÄHLUNGEN UND ROMANE
Gelesen von Anna Thalbach, Katharina Thalbach, Dietmar Wunder
Informationen: Lesung, 449 Minuten, 6 CDs, 12.95 €
Verlag: Lübbe Audio
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Rezension
Dieser Kultroman faszinierte eine ganze Generation von Jugendlichen und Eltern, 1978 erscheint das Buch, 1981 der Film über die Drogenkarriere der Christiane Felscherinow, genannt Christiane F. aus Berlin Gropiusstadt. Schon als 13jährige gerät sie in den Teufelskreis von häuslicher Gewalt, Drogen und Prostitution. Bei einem Konzert von David Bowie setzt sie sich den ersten Schuss. Der Vater säuft, prügelt, die Mutter ist völlig hilflos - und draußen im Viertel regiert das Recht des Stärkeren. Christiane lernt den Fixer Detlef kennen, er wird ihre erste, eine hoffnungslose Junkie-Liebe. Der Teufelskreis ist unerbittlich, Christiane geht auf den Strich, klaut, brennt von zu Hause durch, drückt täglich Heroin, schluckt Psychopharmaka, entzieht, wird rückfällig. Anna Thalbach liest die Lebensbeichte der Christiane F. mit ruhiger, magnetischer Stimme. Dietmar Wunder die unerbittlichen Verwaltungsdokumente und Gerichtsprotokolle, Katharina Thalbach gibt die ernüchternde Erzählerin. Dass so eine Lebensbeichte niemanden abschreckt, haben die Jahrzehnte mit tausenden Drogentoten seither bewiesen. Aber "Christiane F." ist inzwischen ein starkes Stück bundesrepublikanische Geschichte und erzählt von unserer vielleicht größten Schwäche - der Krankheit der Jugend.
(be)Kurzbeschreibung
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Re: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Diesem Hörbuch, dessen VÖ-Termin immer wieder nach hinten verschoben wurde, habe ich lange entgegengefiebert. Die Drogenbiografie der Christiane F. erscheint nun erstmals als Lesung und ist in meinen Augen noch besser als das Buch. 1978 erschien das vom Magazin Stern herausgebrachte Werk „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ und zeigt anhand von Christiane Felscherinow, die schwierige Situation drogenabhängiger Kinder und Jugendlicher in Berlin. Der Weg zur Sucht ist charakteristisch: Mit 12 raucht Christiane zum ersten Mal Haschisch, mit 13 greift sie zum Heroin und hängt bald darauf an der Nadel. Um ihre Drogensucht zu finanzieren, ist es nur noch ein kleiner Schritt in die Illegalität und auf den Drogenstrich. Ihre Mutter ahnt vom Doppelleben ihrer Tochter lange nichts …
In aller Ausführlichkeit und Sachlichkeit spricht die tragische Titelheldin aus ihrem Drogenalltag. Sie führt den Hörer in die harte und trostlose Welt der Abhängigkeit und führt vor Augen, was die Sucht eigentlich bedeutet. Fabelhaft vorgetragen werden die Passagen der Christiane F. von keiner geringeren als Anna Thalbach. Mit ihrer zurückhaltenden und klaren Stimme, gibt sie der Hauptfigur eine wunderbare Stimme. Unterstützt wird Anna Thalbach von ihrer eigenen Mutter, Katharina Thalbach. Diese spricht mit ihrer markanten, kratzigen Stimme die vereinzelten Textpassagen aus der Sicht Christianes Mutter. Das Mutter-Tochter-Gespann Thalbach spricht also das Mutter-Tochter-Gespann Felscherinow. Eindringlich erfährt man so auch aus der Sicht einer verzweifelten Mutter, wie diese die Drogensucht ihrer jungen Tochter lange nicht bemerkt hat, nicht wahrnehmen wollte und die Schwere des Drogenkonsums auch unterschätzt hat. Aus diesen beiden Sichtweisen entsteht ein komplexes Bild, welches die beiden Sprecherinnen mit ihren wunderbaren Stimmen noch lebendiger werden lassen. Dass der wunderbare Dietmar Wunder ebenfalls noch mitwirkt, soll an dieser Stelle natürlich nicht untergehen.
Das Tolle an dieser Lesung ist, dass auf Musik nicht verzichtet wurde. Wer den Film aus dem Jahr 1981 gesehen hat, wird das Lied „Helden“ von David Bowie sicherlich noch im Ohr haben. Der melancholische Song wertet das Hörbuch auf wunderbare Weise auf und versetzt die Lesung in die richtige Stimmung.
Die Vorfreude auf dieses überaus interessante Hörbuch und bewegende Hörbuch war berechtigt. Ich habe „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ an einem Nachmittag komplett durchgehört und war wie elektrisiert von Geschichte und Sprecherinnen. Ein Hörbuch mit offenem Ende, welches unter die Haut geht. Unbedingt reinhören!
Re: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Diesem Hörbuch, dessen VÖ-Termin immer wieder nach hinten verschoben wurde, habe ich lange entgegengefiebert. Die Drogenbiografie der Christiane F. erscheint nun erstmals als Lesung und ist in meinen Augen noch besser als das Buch. 1978 erschien das vom Magazin Stern herausgebrachte Werk „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ und zeigt anhand von Christiane Felscherinow, die schwierige Situation drogenabhängiger Kinder und Jugendlicher in Berlin. Der Weg zur Sucht ist charakteristisch: Mit 12 raucht Christiane zum ersten Mal Haschisch, mit 13 greift sie zum Heroin und hängt bald darauf an der Nadel. Um ihre Drogensucht zu finanzieren, ist es nur noch ein kleiner Schritt in die Illegalität und auf den Drogenstrich. Ihre Mutter ahnt vom Doppelleben ihrer Tochter lange nichts …
In aller Ausführlichkeit und Sachlichkeit spricht die tragische Titelheldin aus ihrem Drogenalltag. Sie führt den Hörer in die harte und trostlose Welt der Abhängigkeit und führt vor Augen, was die Sucht eigentlich bedeutet. Fabelhaft vorgetragen werden die Passagen der Christiane F. von keiner geringeren als Anna Thalbach. Mit ihrer zurückhaltenden und klaren Stimme, gibt sie der Hauptfigur eine wunderbare Stimme. Unterstützt wird Anna Thalbach von ihrer eigenen Mutter, Katharina Thalbach. Diese spricht mit ihrer markanten, kratzigen Stimme die vereinzelten Textpassagen aus der Sicht Christianes Mutter. Das Mutter-Tochter-Gespann Thalbach spricht also das Mutter-Tochter-Gespann Felscherinow. Eindringlich erfährt man so auch aus der Sicht einer verzweifelten Mutter, wie diese die Drogensucht ihrer jungen Tochter lange nicht bemerkt hat, nicht wahrnehmen wollte und die Schwere des Drogenkonsums auch unterschätzt hat. Aus diesen beiden Sichtweisen entsteht ein komplexes Bild, welches die beiden Sprecherinnen mit ihren wunderbaren Stimmen noch lebendiger werden lassen. Dass der wunderbare Dietmar Wunder ebenfalls noch mitwirkt, soll an dieser Stelle natürlich nicht untergehen.
Das Tolle an dieser Lesung ist, dass auf Musik nicht verzichtet wurde. Wer den Film aus dem Jahr 1981 gesehen hat, wird das Lied „Helden“ von David Bowie sicherlich noch im Ohr haben. Der melancholische Song wertet das Hörbuch auf wunderbare Weise auf und versetzt die Lesung in die richtige Stimmung.
Die Vorfreude auf dieses überaus interessante Hörbuch und bewegende Hörbuch war berechtigt. Ich habe „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ an einem Nachmittag komplett durchgehört und war wie elektrisiert von Geschichte und Sprecherinnen. Ein Hörbuch mit offenem Ende, welches unter die Haut geht. Unbedingt reinhören!
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