Der Club der toten Dichter
JUGEND UND KINDER
Gelesen von Robert Stadlober
Informationen: ungekürzte Lesung, 216 Minuten, 4 CDs, 19.95 €
Verlag: Lübbe Audio
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Rezension
Eine Stimme, die knackig und hellwach wirkt. Eine Lesung voller Schub und Dynamik, die einen nie müde werden lässt. Robert Stadlober, der immer noch junge Jungstar des deutschen Films der 90er, kann auch sprecherisch elektrisieren. Und der Stoff bietet ihm eine gute Vorlage.
Schauplatz ist ein Internat im US-Bundesstaat Vermont, wo der neue Englischlehrer John Keating die Schüler mit seiner Reform-Pädagogik erst verblüfft, dann begeistert. Keating hält seine Schüler zu eigenständigem Denken an, fördert und fordert die Entdeckung der individuellen Talente und Leidenschaften. Die Vorgabe des Dramas will es, dass er und seine Schüler damit an die Grenzen der herrschenden Konvention stoßen, die schließlich Opfer fordern wird.
N.H. Kleinbaum hat den Roman zum Erfolgsfilm aus dem Jahr 1989 geschrieben, der in der Übersetzung ein paar Nachlässigkeiten offenbart (etwa Wortwiederholungen im selben Satz). In der Hörfassung fällt das kaum ins Gewicht, weil Stadlober die Fehler durch sein angezogenes Tempo gar nicht erst zur Wirkung kommen lässt. Dabei verzichtet er erklärtermaßen auf stimmliche Charakterfärbungen, was für diese straff geführte Erzählung völlig schlüssig ist.
Robert Stadlober sollte man als Sprecher ruhig öfter beschäftigen, der Mann weiß einen zu packen.
(mms)Kurzbeschreibung
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Re: Der Club der toten Dichter
„Der Club der toten Dichter“ war und ist schon immer mein Lieblingsfilm und das gleichnamige Buch habe ich regelrecht verschlungen! Dass es nun dieses Meisterwerk (wie ich finde) endlich auch als Hörbuch gibt, freut mich besonders! Auf vier CDs ist die komplette und ungekürzte Lesung des Romans von Co-Autorin Nancy H. Kleinbaum. Wobei man gleich hinzufügen muss, dass es sich bei diesem 157-seitigen Roman nicht um die Romanvorlage zum Kinofilm handelt, sondern dass der Film von Regisseur Peter Weir als Vorlage für das Buch diente. Und obwohl Film und Buch eng miteinander verknüpft sind und das Buch eigentlich nur das Gesehene der Leinwand wiedergibt, so gibt es doch erhebliche Unterschiede zwischen Weirs Filmvorlage und dem daraus entstandenen Buch von Nancy H. Kleinbaum.
Betrachtet man das Hörbuch jedoch für sich allein, so ist die Umsetzung wirklich gelungen und Robert Stadlober als Sprecher für diesen Text ist eine gute Wahl, wenn auch nicht die beste (wie ich finde). Vom Alter her passt Stadlober natürlich perfekt zum Text, der ja aus der Sicht des Internatschülers Todd Anderson bzw. seines Freundes Neil Perry geschrieben ist. Auf das ganze Hörbuch bezogen, liest Robert Stadlober den Text gut, huddelt an manchen Stellen den Text aber ein wenig zu schnell herunter und macht zu wenig Pausen dort, wo sie angebracht wären. Schließlich ist die Geschichte um Poesie und Freundschaft auch eine um Selbstverwirklichung und Freiheit mit vielen leisen Zwischentönen. Diese gehen bei dieser Lesung so manchmal leider unter.
Die Entwicklung der Figuren ist mehr als interessant und das ganze Handlungsrahmen mit der Internatsschule als Symbol von geistiger Enge mit dem Kodex „Tradition, Ehre, Disziplin, Leistung“ ist gut gewählt. Lehrer John Keating versucht seine Schüler aufzurütteln und andere Werte näher zu bringen, sich selbst zu verwirklichen. Die Botschaft der Geschichte ist also durchweg positiv, auch wenn zum Ende hin alles aus dem Ruder läuft!
Lübbe Audio hat hier zu Recht auf Musikuntermalung verzichtet. Nur zum Ende einer jeden CD sind ein paar Klänge zu hören, die nicht weiter stören, die aber auch nicht nötig gewesen wären. Solide Umsetzung des Stoffes, die auf jeden Fall hörenswert ist!
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