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Die Einsamkeit der Primzahlen

Paolo Giordano

Die Einsamkeit der Primzahlen

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Gelesen von Daniel Brühl

Informationen: gekürzte Lesung, 377 Minuten, 6 CDs, 24.95 €

Verlag: Random House Audio

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Rezension

Die siebenjährige Alice und der gleichaltrige Mattia sind beide unabhängig voneinander nach einem traumatischen Erlebnis zu Außenseitern geworden: Sie leidet an der Halsstarrigkeit ihres Vaters, der sie unter anderem gezwungen hat, brühendheiße Suppe zu essen. Ihn quält der Verlust der hilfebedürftigen Schwester, der er nur einmal für wenige Stunden nicht zur Seite gestanden ist. Als Jugendliche lernen sie sich auf dem Gymnasium kennen, kommen aber doch wie Primzahlzwillinge nie wirklich zusammen. Paolo Giordao, mit 26 Jahren jüngster Gewinner von Italiens renommierten Literaturpreis "Premio Strega" gelingt es, sich mittels einprägsamer Bildsprache in die Seelenzustände von Kindern hineinzuversetzen, deren Dramen auch im zunehmenden Alter nachwirken.


Daniel Brühl ist kein begnadeter, aber ein guter Sprecher. Bereits mit acht Jahren startete der in Barcelona und Köln aufgewachsene Schauspieler seine Karriere - mittels WDR-Hörspielen! Mit seinem jungenhaften Timbre passt er hervorragend zu den beiden jugendlichen Protagonisten, deren Schmerz und Verletzungen er hörbar macht, genauso wie den Trost, den sie sich spenden. Er liest - bis auf ein paar glatte Momente - so wie er selbst in einem Interview den Roman charakterisiert hat: "schön, elegant und angenehm melancholisch"

(MaHa)

Kurzbeschreibung

Ein einziger Tag in ihrer Kindheit, so scheint es, hat über ihr ganzes Leben entschieden. An einem solchen Tag verlor Alice für immer ihre Unbeschwertheit und das Vertrauen zu ihrem halsstarrigen Vater. Mattia hingegen verlor mit sechs Jahren seine Schwester, deren Hilfsbedürftigkeit er ein einziges Mal, für wenige Stunden, missachtet hatte. Seither quälen ihn Schuldgefühle, die er niemandem offenbart. Sieben Jahre später lernen Mattia und Alice sich auf dem Gymnasium kennen. Die Anziehungskraft zwischen den beiden scheint unwiderstehlich. Jeder erkennt im anderen die eigene Einsamkeit. Alice ist der einzige Mensch, dem Mattia wenigstens einmal seinen Schmerz zu offenbaren wagt. Und umgekehrt würde sie nie einen anderen als ihn bitten, das Tattoo von ihrer Haut zu entfernen, mit dem sie ihre inneren Wunden gleichsam übermalen wollte. Doch mit den Jahren werden die Hindernisse, die die beiden einander unbewusst in den Weg legen, höher und höher. Bis sie sich entscheiden müssen. In einer ebenso klaren wie poetisch-eindringlichen Sprache erzählt Paolo Giordano die Geschichte von Alice und Mattia, die wie Primzahlzwillinge nahe beieinanderstehen und doch immer durch eine Winzigkeit getrennt bleiben. Komplexe Seelenzustände schildert er so genau, dass sie fassbar werden und uns tief berühren. Paolo Giordano findet unvergessliche Bilder für die verschlungenen Wege, auf denen die Dramen der Kindheit in uns fortwirken. Seine Prosa verwandelt auf magische Weise Schmerz in Trost.


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