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Netzkarte

Sten Nadolny

Netzkarte

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Gelesen von Andreas Fröhlich

Informationen: ungekürzte Lesung, 314 Minuten, 4 CDs, 16.99 €

Verlag: Lauscherlounge Records

Hörer-Rezension1

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Rezension

Ole Reuter ist nicht gerade eine zielstrebige Natur in Bezug auf sein Lehramtsstudium. Und so entscheidet sich der Student dazu, sein Examen Examen sein zu lassen und lieber mit dem Zug durch Deutschland zu reisen. Westdeutschland wohlgemerkt. Und mit der Deutschen Bundesbahn - denn wir befinden uns noch in den 80ern. Es beginnt eine rastlose Reise von Flensburg nach München und Köln nach Braunschweig. Einmal quer durch die Republik, getrieben nur von den Verbindungen des Kursbuchs und der Sehnsucht eine Frauenbekanntschaft zu machen. Nach einigen kleinen amourösen Abenteuern lernt er Judith kennen, die sich nicht als flüchtige Verbindung entpuppt.


"Netzkarte" ist ein weiteres Werk aus der Reihe "Handverlesen" - der Hörbuch-Edition des Sprechers. Man merkt Fröhlich beim Lesen an, dass er der ihm am Herzen liegenden Literatur eine neue Plattform geben will. Das macht das Hörbuch an manchen Stellen ein wenig selbstverliebt - andere Passagen profitieren aber deutlich von seinem Herzblut. Vor allem den ironischen Unterton trifft Fröhlich haargenau. Exemplarisch sei Reuters berufliche Episode am Filmset genannt. Auch ein Blick ins schön gestaltete Booklet verspricht Vergnügen: eine Zugfahrt von der mongolischen Hauptstadt Ulanbator nach Nepal und eine korpulente Düsseldorferin spielen dabei eine amüsante Rolle.

(ay)

Kurzbeschreibung

Netzkarte ist Sten Nadolnys früher, hinreißend leichthändiger Roman um den Taugenichts Ole Reuter, einen jungen Mann, der getrieben von romantischen Sehnsüchten mit der Bahn quer durch Deutschland reist. Es geht ihm dabei weniger um rasante Streckenbewältigung, sondern um Erfahrungen und Begegnungen mit Menschen. Reuter ist kein Kind von Traurigkeit und geht dabei absolut offen ans Werk - und schon bald erfährt er die sinnlichen Momente des Reisens. Das mag sich dem Alltagspendler zwischen Tostedt und Bremen nicht erschließen - Nadolnys Reuter jedoch nimmt man dies ab. Zudem schildert er diese Vorgänge mit dezenter Ironie ohne jeden Voyeurismus.?Aber Reuter erlebt ja noch mehr - er begegnet der Einsamkeit entlegener Endbahnhöfe.?Er sitzt markanten Gesichtern oder pittoresken Typen in ländlichen Gasthöfen gegenüber. Und immer wieder laufen ihm Frauen über den Weg, die ganz offensichtlich einen Narren an ihm gefressen haben.?All dies sind keine sensationellen Erlebnisse - und doch besitzt Nadolnys Prosa eine derart glühende Leuchtkraft, dass der Hörer keine Chance hat, das Buch aus der Hand zu legen. Ein unspektakuläres, aber ungeheuer dicht gezeichnetes Zeitbild. Und es kommt noch besser. Seine Fußwanderung von „Bayern nach Übersee" - es handelt sich um zwei Dörfer in der Nähe des Chiemsees in Bayern - gerät unversehens zu einer Auseinandersetzung mit Trauer über seinen jüngst verstorbenen Vater. Und hier vermischen sich Landschaftsschilderungen mit persönlichen Erinnerungen zu einer pulsierenden Schmerzlandschaft.


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Hörerrezensionen (1)

4.2

Re: Netzkarte

von Martin Beschorner am 03.12.2010

Auch wenn es ab und an etwas an Dynamik verliert, ist es doch gerade Andreas Fröhlichs Stimme zu verdanken, dass man diese Geschichte einfach weiterhören mag.

Für die jenigen, die oft Reisen, ist es das ideale Reisehörbuch. Für alle anderen natürlich auch sehr zu empfehlen.

Dieses Werk aus der Reihe Handverlesen ist wieder einmal sehr gelungen!

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